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Re: Netikettenassistent
  • From: B.Brodesser@xxxxxxxxxxxxxx (Bernd Brodesser)
  • Date: Wed May 10 09:30:59 2000
  • Message-id: <20000510113059.Y306@xxxxxxxxxxxxxx>



Hallo Christian,

* Christian Schult schrieb am 10.Mai.2000:
* Bernd Brodesser wrote:
* Christian Schult schrieb am 05.Mai.2000:
* Juergen Schwarting wrote:

[Regelverstoßhinweise über die Liste]

Sicherlich haben davon auch andere etwas, nur was? Ein paar
potenzielle Etikette-Verstoßer erfahren so vielleicht, dass es
auch hier eine (N)etikette gibt und überprüfen ihren Mailreader
und ihren Quoting-Stil etc. Es gibt aber einen, ich vermute weit
größeren, Anteil Teilnehmer hier, die von der suse-linux-Liste
etwas anderes erwarten als Postings zum richtigen Erstellen von
Mails. Für die ist das off topic.

Da gebe ich Dir Recht.

Soviel dazu, ist ja eigentlich nicht das Thema dieses Threads.

ACK

Ich bin mir sicher, dass nur hehre Absichten hinter der Idee
stecken. (Nein, kein Sarkasmus-Smiley)

Nein, das habe ich schon verstanden, daß Du das ernst meinst. Ich weiß
auch, daß etwas, daß aus heren Absichten gemacht wurde, katastrophal
enden kann.

Das soll man bedenken. Ich frage mich nur, hätte Alfred Nobel sein
Dynamit nicht erfinden sollen? Er hat es auch heren Absichten getan
und es ist so viel verherendes daraus erwachsen. Aber auch sehr viel
gutes.

Oder hätte Guilhelmo Marconi seine Funkexperimente sein lassen sollen?
Ohne ihm hätte es keinen Joseph Göbbels gegeben. Aber so vieles andere
auch nicht.

Und was ist mit Conrad Zuse?

Wir müssen alle ständig aufpassen. Da hast Du völlig Recht.

Sehe ich auch so, automatische Mecker-Mails bringen sehr viel Verdruß
und schaden der Liste. Daher wollen wir auch keine Mecker-Mails
versenden, sondern nur liebe Hinweise.

Ok, Mecker-Mails war provokativ, letztlich jedoch bleibt auch die
freundlichste negative Kritk immer noch negative Kritik.

Ja, daher müssen wir sehr vorsichtig sein. Wenn ich Dich richtig
verstanden habe, so hast Du nichts dagegen, wenn man Leute auf Fehler
in PM hinweist. Wenn ich bedenke, wie schwer es ist, so eine Mail zu
verfassen, dann kann ich mir ganz gut vorstellen, wieviele Leute schon
üble Mails bekommen haben.

Wenn man der Meinung ist, jemanden eine Mail schreiben zu müssen, weil
er die Regeln der Etikette verletzt hat, so sollte man seinen
angestauten Zorn beiseite lassen. Dann sollte man mehr als ein paar
kurze Sätze schreiben. Vor allem sollte man keinen herrischen Ton am
Tag legen und seine Mail überprüfen, ob sie nicht Mißverständlich sein
kann. Das ist aber viel Arbeit. Wenn man sich die jedesmal antut, dann
hat man viel zu tun.

ACK

Ja, aber das ist nicht leicht. Warum sollte man sich die Arbeit
jedesmal wieder neu machen? Reicht es nicht, wenn man einmal einen
Standard-Text entwickelt? Natürlich für jeden Fehler einen andern.

Was spricht somit dagegen, wenn man sich Texte vorformuliert? Und dann
nur diese vorformulierte Texte versendet? Ist doch eine tolle
Arbeitserleichterung.

Ein nächster Schritt ist es, auch das Absenden zu automatisieren. Ob

Hier sind wir dann beim Programm, dass Mails auf
Netikette-Verstöße kontrolliert. Und genau da, wo nicht mehr ein
Mensch einen anderen Menschen anspricht sondern ein Programm,
beginnen meine Probleme mit der Idee.

1. Solch ein Programm ist unpersönlich und total

unpersönlich ja, aber was meinst Du mit total?

Es hat nie schlechte Laune, für die es sich dann später
entschuldigt,

Ist doch gut.

es ist nie großzügig und sagt "was soll's, ich
will mal nicht so nickelig sein".

Doch, kann es durchaus sein. Wir sollten nicht jeden Quatsch erfassen.

Es ist unpersönlich, denn es
kommuniziert nicht mit dem Angeschriebenen. Es serviert ihm die
freundliche Kritik ohne die Möglichkeit einer
Gegenargumentation.

Die Möglichkeit der Gegenargumentation soll man auf jeden Fall haben.
Da gebe ich Dir Recht. Das ist sehr wichtig.

2. Solch ein Programm ist autoritär
Solch ein Programm erweckt den Eindruck, es gäbe eine höhere
Instanz, dessen Unmut man sich zugezogen hat.

Nicht, wenn wir es sehr vorsichtig formulieren. Aber auch hier hast Du
Recht, das wir da vorsichtig sein müssen.

Es erweckt den
Anschein, als gäbe es eine Autorität, der man zu gehorchen habe.

Das sollten wir schon klarstellen, daß dem nicht so ist.

Es erzeugt so Schuldgefühle und damit einhergehend Trotzreaktionen.

Auch hier müssen wir vorsichtig sein. Ein Satz wie "Kann jedem mal
passieren" ist enorm wichtig.

3. Solch ein Programm ist peinlich
Es lässt diejenigen, die dahinter stehen, als kleinliche
Erbsenzähler erscheinen (Ich weiß, das seid ihr nicht!). Es
erweckt den Eindruck, als gäbe es nichts Wichtigeres, als
perfekt verfasste Mails (immerhin dürfte für viele Subscriber
eine Mail vom Etikette-Asistenten mit zu den ersten Mails
gehören, die er von/wegen der Liste bekommt).

Ja, auch da hast Du Recht. Daher müssen wir mit der Formulierung
aufpassen.

4. Es erzeugt bei mir immer noch "orwellsche Assoziationen".
Ich empfinde es als kleinen, unfreiwilligen Baustein zur
Kontrolle des Internets in Zeiten von ECHELON, EuroPol und all
den anderen Aktivitäten verschiedener staatlicher und
wirtschaftlicher Organisationen, auf die elektronische
Kommunikation kontrollierenden Einfluss zu nehmen.
Ganz provokativ: das Filtern von HTML-Mails und das Filtern von
mp3-Dateien, Kinderpornos und Geschäftskorresponenz
unterscheidet sich nur in der Wahl der Mittel, nicht
grundsätzlich in der guten Absicht.

Solange Du orwellsche Assoziationen hast, ist ja gut. Schlimm wird es
nur, wenn man die nicht mehr hat und einfach drauf los macht. Es kann
aber nicht bedeuten, daß man einfach nichts mehr macht.

Das Schlimme ist nie die Technik, sondern immer der Mensch dahinter.

Was wir aber zum Beispiel nicht machen sollten, ist zu archivieren,
wer wann eine Mail bekommen hat. Das wäre sehr unschön ;) egal ob die
Mails per Hand oder per Automat versand wurde.

Bernd


--
Umsteiger von Microsoft Windows xx?
Hast Du schon file://usr/doc/howto/de/DE-DOS-nach-Linux-HOWTO.txt gelesen?
Auch file://usr/doc/Books/Linuxhandbuch.dvi ist zu empfehlen.
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