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On Thu, 12 Jul 2007 12:12:57 +0200 René Falk <lists@falconaerie.de> wrote:
Am Donnerstag, 12. Juli 2007 schrieb Lentes, Bernd:
oft gefragt habe. Ich habe einen Serverraum mit ca. 10 Rechnern. Dort ist ein Rauchmelder installiert. Wenn der dann loslegt, kommt die Werksfeuerwehr. Was die dann machen ... keine Ahnung. Wasser marsch ?
Bernd, eine zugegebenermaßen triviale Antwort: Warum fragst Du sie nicht? :-)
Kommt auf die Ausstattung eurer Werksfeuerwehr an. Eventuell gucken die auch nur zu.
Bei Elektroinstallationen wird vorzugsweise die Sauerstoffversorgung unterbunden. In der Regel müssen solche Räume ab einer bestimmten Größe und in Abhängigkeit von der installierten Technik auch automatische CO2-Gas-Flutanlagen und eine Verbindung mit der Klimaanlage und/oder automatischen Fenster- und Türschließanlagen haben. Dann hängt im Eingangsbereich auch ein Warnschild, mit so einem oder ähnlichem Text: Achtung CO2-Löschanlage! Erstickungsgefahr! Im Brandfall sofort den Raum verlassen.
Bei einem Serverraum mit nur 10 Rechner (ich verstehe darunter mal die 0815-PC-Server) rentiert sich das kaum. Heutzutage geht man auch eher auf Edelgase wie Argon, weil das die Geräte eher schont: CO2 + Wasser gibt nu mal Säure und das mag weder Mensch noch Maschine. Argon-Löschanlagen funktionieren nach dem Prinzip der Luftverdrängung. Die Erstickungsgefahr ist also insofern genauso gegeben. Der Hauptvorteil dieser Bauformen ist, dass man sie relativ problemlos fernbedienen kann, man also nicht an den Brandherd ran muss. Außerdem ist der Schaden bei einer Fehlauslösung gering.
Reines Wasser bei größeren Elektroinstallationen wird aus Gründen des Selbst- und Objektschutzes natürlich nicht eingesetzt, sondern entsprechender Löschschaum (Gibt es auch für Elektroinstallationen) oder Pulver.
De facto sind auch heutzutage noch viele Installationen mit Leitungen und Kanälen ausgeführt, die Chlor enthalten (PVC). Das gibt im Brandfall zusammen mit Wasser eine hochgiftige, ätzende Melange, in der man nur noch mit Vollschutz arbeiten kann. Pulver ist grundsätzlich geeignet für Elektrobrände, aber danach kannst Du die Geräte wegwerfen. Das Pulver ist extrem fein und dringt praktisch überall ein, zumal wenn es durch Zwangsbelüftung auch noch in den letzten Winkel der Server transportiert wird. Zusammen mit Hitze verbäckt es dann zu einer festen Kruste. So schnell kann man die Geräte gar nicht abschalten. Aber klar ist auch: Bevor sich der Brand ausbreitet, sollte man die Server "opfern". Gut ist es, wenn man sorgfältig auf Brandschotts achtet. Gerade Serverräume enthalten ja auch mehr oder minder viele Zugänge über Kabelschächte, die dann möglichst auch noch in andere Stockwerke gehen. Hier sollte man auch an Stellen, an denen es nicht unbedingt vorgeschrieben ist, schotten lassen. Muss man möglichst bei der Kabelmontage vorsehen. Wenn die Kabeldichte erstmal zu hoch ist, geht eine Einzelschottung nicht mehr und man muss die kompletten Kabeltrassen umhüllen. Der Sinn davon ist insbesondere, den Luftaustausch zu unterbinden. Insofern muss man also auch eine etwaige, zentrale Lüftungsanlage ins Konzept einbinden. Hierfür gibt es Brandschutzklappen, die elektrisch fernbedient werden können. Bei CO2- oder Argon-Löschanlagen kommt man ohne sowas gar nicht aus. Eine Alternative für kleine Installationen kann auch die Errichtung einer Brandschutzzelle sein. Also eine Art Raum im Raum, der dann alle erforderlichen Einrichtungen enthält und dessen Hülle feuersicher ist. Eine echte Firewall eben. :-)
Bei kleineren Sachen reicht dann auch mal eine Brandschutzdecke zum ersticken oder der vorgeschriebene universell
Löschdecken sind einfach und praktisch bei lokal begrenzten, offenem Feuer wie zum Beispiel brennenden Papierkörben und insbesondere sogar wiederverwendbar. Bei Elektrobränden hat man aber häufig das Problem, dass der Brandherd nur schwer zu lokalisieren ist und ohne schweren Atemschutz hast Du keine Chance, danach zu suchen. -- Gruß, Tobias. -- Um die Liste abzubestellen, schicken Sie eine Mail an: opensuse-de+unsubscribe@opensuse.org Um eine Liste aller verfuegbaren Kommandos zu bekommen, schicken Sie eine Mail an: opensuse-de+help@opensuse.org