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Re: openSUSE vs. Fedora
  • From: Sebastian Siebert <freespacer@xxxxxx>
  • Date: Sun, 24 Oct 2010 07:24:01 +0200
  • Message-id: <4CC3C2F1.6030504@xxxxxx>
Hallo David, Peter und alle zusammen,

Am 24.10.2010 04:30, schrieb David Haller:
Am Sam, 23 Okt 2010, Peter Steffinger schrieb:
Am Samstag, 23. Oktober 2010, 16:41:50 schrieb Thomas Hertweck:
Über Fedora habe ich gehört das es sehr stabil sein soll, obwohl die
Entwickler den anderen Linuxen immer etwas vorraus sind.

Kann ich definitiv nicht bestaetigen. Bei uns wird Fedora u.a. auf Desktop
Systemen in der Firma eingesetzt (weil Server eben unter RHEL
laufen) und bis das ohne Probleme laeuft sind stets etliche Hacks noetig.
Und wir reden hier nicht mal von der allerneusten Version, momentan nutzen
wir F12. Fedora ist mehr oder weniger bleeding edge, das ist schon per
Definition nicht wirklich stabil. Ich habe bis dato aber vergeblich
gekaempft, auf dem Desktop ein anderes OS einzusetzen.

Sind wir bald nur noch von Schrott umgeben?
Es kann doch nicht sein, das man sich auf garkeine Distri mehr richtig
verlassen kann. Wenn nicht openSUSE oder Fedora, was dann???


@Peter:
Tschuldigung, dass ich hier dich mal anlächele. Keine Distri ist wirklich perfekt. Aber man kann mit den jeweiligen Macken leben oder man wirkt im Build Service mit (so wie ich) und liefert Pakete und Patches für die Allgemeinheit ein, um openSUSE stabiler zu machen oder gewisse Funktionalitäten zu erweitern. Auch für openSUSE 11.3 als es noch in der Factory war, habe ich in Postfix => SuSEconfig um eine Dovecot-Unterstützung erweitert, die gab es vorher auch noch nicht. (Kann man in der Changelog nachlesen) :-)

# rpm --changelog -q postfix | grep -b1 dovecot
* Di Dez 22 2009 freespacer@xxxxxx
- Add support for dovecot as MDA to SuSEconfig.

Wenn du wirklich eine abgehangene Distri haben willst, dann greife lieber zu Debian wie David es auch schon vorgeschlagen hat. Aber halte dir im Hinterkopf, dass diese eben nicht immer aktuell ist und auch nicht ganz perfekt. Und genau deshalb passt mir diese Politik heute nicht so wirklich in den Kram, weil mir auch an der Aktualität der Software sehr gelegen ist und daher openSUSE für mich persönlich geeignet ist.

Debian stable, evtl. auch gentoo. Aber auch da gibt's Probleme.


@David:
Ich heiße zwar nicht Peter, aber ergänze es nur um meine Kommentare und Erfahrungen.

Joa, würde ich mit Debian (stable) auch so sagen. Aber gentoo würde ich Peter echt nicht empfehlen und schon gar nicht irgendeinem Linux-Neuling. Dieser haut sich das System kurz und klein. :-) Da gehört eine Portion Linux-Erfahrung dazu, auch wenn das Handbuch gut dokumentiert ist, sollte man schon wissen was man tut und ggfs. auch selber bei Problemen eingreifen können.

Letztlich ist es immer ein Kompromiß und bei _JEDER_ Distribution gibt
es "zwischendurch" immer mal wieder Probleme, meist bedingt durch
"große" Umstellungen im Hintergrund (Stichworte z.B. devfs, hal, udev,
gstreamer, pulseaudio usw.), oder deutlich öfter, durch "große"
Umstellungen der GUI (v.a. bei KDE, bei Gnome geht das eher in
Trippelschritten ;).


Jepp, auch die Probleme mit dem relativ neuen KMS (Kernel-Mode-Setting) nicht vergessen, egal ob mit Open-Source-Treiber oder proprietären Treiber und kann es auch so unterschreiben.

Das war übrigens schon immer so. Mag sein, daß du bisher eben von
solch größeren Umbauten verschont geblieben bist. Aber was meinst du,
was es anfangs z.B. bei der Einführung XFree86 4.x, Kernel 2.6 an
Problemen gab. Oder devfs. Oder Hal. Oder oder, oder ... Bei allen
Distributionen.


Ja, die Probleme kannte ich eigentlich mit openSUSE 11.1 und einer externen USB-Festplatte. Da musste ich auch ein bissel in HAL-Policies und udev-Rules rumwerkeln bis es lief. Heute mit openSUSE 11.3 ist das Schnee von gestern. Wenn man sich da etwas Zeit nimmt, kann man dies wunderbar selber lösen. Falls man überhaupt keine Zeit hat, dann ist man mit einer Community-Linux-Distri falsch beraten und sollte doch den kostenpfichtigen Support wie z.B. für SLED dazu kaufen, buchen abonnieren. Das sind wiederum anderen zu teuer. In dieser Position kann man leider Leuten wie Peter nicht wirklich recht machen.

Als WindowMaker-User bin ich z.B. ganz entspannt und guck dem KDE
Chaos, über das hier und z.B. auch bei Debian gejammert wird, mit nem
Eimer Popcorn im Schoß zu ... Von anderen Dingen bin ich allerdings
auch betroffen (udev z.B.).


Das kann ich persönlich gar nicht bestätigen. Bei mir läuft hier openSUSE 11.3 + KDE 4.5.2 auf meinem Desktop mit dem aktuellen ATI-Treiber ziemlich stabil und ebenso auf meinem Netbook. Keine Ahnung wie die User KDE kaputt hauen können und das ist für mich immer wieder rätselhaft?! Häufig liegt das Problem, dass sie wahllos irgendwelche Repos eingebunden haben. Ohne sich wirklich zu hinterfragen, ob man es braucht oder ob es stabil ist.

Früher habe ich mit einer Masse von Repos ziemlich übertrieben und habe es tatsächlich geschafft, mein openSUSE-System total kaputt zu machen. Das war eindeutig meine Schuld und stehe auch dazu. :-)

Und auf der ollen Kiste, meinem Hauptrechner, läuft mein "Hallerlix"
das anfangs, vor gut 11 Jahren, mal eine SUSE 6.2 war ;) Das läuft
richtig rund -- allerdings hatte ich's auch mal fast kaputt! Das
Problem der Distris gibt's also sogar beim "Eigenbau".


Stimmt, wie neulich das Problem mit deinem viel zu langsamen sed, falls das auch auf dieser Maschine war. ;-)

[...]
Auf meiner neuen Kiste (~3.5 Jahre alt) hab ich so bisher SuSE 10.2,
11.1 (jew. 32bit) gefahren und aktuell läuft 11.2 (64bit, Upgrade von
der 11.1/32bit).


BTW: Dann bist du sicherlich auch über die fehlerhafte Netzwerkkarte-Adressierung bei einem Upgrade von 11.1 auf 11.2 drüber gestolpert, oder? ;-)

<http://old-en.opensuse.org/Bugs:Most_Annoying_Bugs_11.2>
<https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=546575>

[...]
Meine Empfehlung: nimm die Distri, bei der du dich generell wohl
fühlst (Yast kann da ein Kriterium sein ;), lese hier mit (oder
z.B. debian-user-german), was bei ner neuen Version an Problemen
auftaucht (mind. 2 Monate) und entscheide dann, ob du aktualisierst
oder nicht bzw. parallel testhalber installierst.


ACK.

KMS ist auch so ein "Umbau" mit dem alle Distris und GraKa-Treiber
Probleme haben, nVidia meist noch am wenigsten, aber eben grad mal
wieder aktuell mit dem 260er (IIRC). Da bleibt man dann eben noch ne
Weile beim 195 oder 256er oder so ;)


Das ist immer ein Risiko mit einer neuen Distro. Da sollte man schon erfahrene oder ungeduldige Leute vorlassen. :-) Diejenigen die eher Linux-Anwender sind, sollten doch lieber 2-3 Monate warten, weil dann sind evtl. einige ärgerlichen Bugs behoben, die zum Zeitpunkt der Meilensteine von openSUSE nicht aufgefallen sind, was ich aber bei der Vielzahl der PC-Konfigurationen nachvollziehen kann.

BTW: bei Windows sieht's auch nicht anders aus, nur hast du da weniger
Umgehungs- und Wahlmöglichkeiten. Und bei Mac klappt's auch nur
besser, weil da HW und SW sehr beschränkt aus einer Hand kommen.


ACK. Seit ich von Windows weg bin, habe ich viel weniger Sorgen. :-) Weil man wirklich unter Linux viel drehen und wenden kann. Diese Möglichkeit hat man unter Windows nicht. Vor allem du kommst von außen nicht mal an die Windows Registry, wenn darin irgendwelche Werte zerschossen wurden und Windows direkt im Bootvorgang mit einem blauen Bildschirm ankommt. Da hilft noch nicht mal irgendwelche billigen Recovery-CDs.

+1 für Linux.

--
Gruß Sebastian - openSUSE Member (Freespacer)
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