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Re: Wann wird's OpenSSH 3 .7 auch für SuSE geben?
  • From: Kristian Koehntopp <kris@xxxxxxxxxxxx>
  • Date: Fri, 19 Sep 2003 06:54:41 +0200
  • Message-id: <20030919045441.GA28828@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
On Thu, Sep 18, 2003 at 09:07:10PM +0200, Timo Nentwig wrote:
> Wie? Ihr baut euch eigene Versionen zusammen? Um möglichst viel Chaos zu
> verbreiten, oder wie?

Kennst Du den Unterschied zwischen Update und Upgrade? Ein
Update fixt nur Fehler und ändert keine Features, ein Upgrade
installiert Dir ein anderes, neueres System, das sich subtil
anders verhält (wenn es um PHP geht, bitte das Wort "subtil"
streichen).

Suse liefert für eine existierende Distribution ausschließlich
Updates, und das ist auch gut so. Niemand will, daß sich
plötzlich Defaults verändern, Features dazukommen, die mit der
alten Konfigurationsdatei nicht kompatibel sind oder andere
geisterhafte Dinge passieren. Jedenfalls kein Suse-Anwender -
wer so etwas will, verwendet Debian Unstable.

Daher portiert Suse für eine existierende Distribution
sicherheitsrelevante Fixes zurück, liefert aber weiter die
Version, die zu dieser Distribution gehört.

Wenn Du eine neue Version möchtest, mußt Du ein Upgrade machen,
also eine neuere Distribution verwenden. Das Upgrade kommt nicht
automatisch, denn es könnte ja Dinge kaputt machen. Stattdessen
kannst Du Dir die Downtime aussuchen, vorher die Release Notes
lesen, und gezielt erst einzelne Testkisten upgraden und das
Upgrade auf Verträglichkeit prüfen, bevor Du den großen Sprung
machst. Das ist in der Tat ein wichtiges Feature von Suse.
Jeder, der von PHP 4.0.4 auf 4.3.0 gegangen ist, kann Dir das
erklären.

Das heißt nicht, daß Du an die mit der Distribution gelieferten
Versionen gebunden bist, nicht einmal dann, wenn Du Dich auf
Suse-Pakete beschränkst. Zum einen kannst Du aus dem
projects-Verzeichnis (ftp://ftp.suse.com/pub/projects) für Deine
Distribution vom Suse FTP-Server Upgrades verschiedener
wichtiger Pakete saugen - speziell PHP und gcc werden so zum
Beispiel für ältere Distributionen weitergepflegt. Diese
Upgrades kommen jedoch nicht automatisch, Du mußt Dich bewußt
für sie entscheiden. Dadurch wird die Sache planbar.

Zum anderen kannst Du auch gezielt Quelltext-Pakete einer
neueren Distribution nehmen und auf einer älteren Suse neu
bauen. Das klappt in der Regel problemlos, wenn man die
Prerequisites installiert, und so habe ich zum Beispiel ein zur
Suse 8.1 passendes mailutil auf meinem Rootserver installiert.

Und schließlich hält Dich nichts und niemand davon ab, selber
Pakete mit rpm oder mit checkinstall zu bauen und Teile Deiner
Distribution selber zu ersetzen. Wenn Du das nicht kannst,
kannst Du immer noch am Pacman lutschen.

> Ich will euch nicht zu nahe treten, aber einfach die fertigen
> Versionen zu nehmen, würde euch viel Geld (Zeit) sparen.

Erfahrungsgemäß würde es das nicht. Ich sehe nur, was eine
solche Änderung auf eine neue Version von irgendwas im eigenen
Haus für Calls erzeugt. Ich will gar nicht wissen, was auf den
Hotlines von Suse passieren würde, wenn die unkontrolliert
Upgrades raushauen.

Kristian


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