Mailinglist Archive: opensuse-de (4938 mails)

< Previous Next >
Re: Netikettenassistent
  • From: eilert@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx (Eilert Brinkmann)
  • Date: Wed May 10 14:39:53 2000
  • Message-id: <xttog6elb9i.fsf@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>



Ralf Corsepius <corsepiu@xxxxxxxxxxxxxx> wrote:
OK, lass mich Klartext reden (Auf die Gefahr hin in deinem Killfile zu
enden):

Ich glaube nicht, daß Dich hier jemand auf Grund Deiner Meinung in ein
Killfile steckt. (Regelmäßige unsachliche oder gar unfreundliche Mails
wären etwas anderes, aber den Eindruck habe ich nicht.)

1. Linux und GNU basieren auf einem gewissen Mass an Freiheit und damit
verbunden auch einem gewissen Mass an Chaos

Richtig, aber auch im kreativen Chaos steckt meist irgendwo eine
gewisse Ordnung (wie auch immer die im Einzelfall aussieht).

2. Ich halte grundsätzlich nichts von selbsternannten Sheriffs die aus
selbstgewählter höherer Motivation auftreten.

Wahrscheinlich will auch niemand diesen Eindruck erwecken. Das dürfte
der Grund sein, warum die betreffenden Teilnehmer ihre Idee hier zur
Diskussion gestellt haben, um andere Meinungen darüber zu
hören. Schließlich können sie ja auch ohne Rücksprache mit
irgendjemandem im eigenen Namen private Mails verschicken.

3. Schau Dir mal an, wie auf den Profi-Linux/GNU-Listen (gcc, binutils,
linux-kernel u.ä.) mit diesem Problem umgegangen wird. Obwohl diese
Listen ein der SuSE-Linux-Liste vergleichbares Mailaufkommen haben, gibt
diese Probleme dort nicht oder nur selten.

Wobei man bedenken muß, daß dort der Anteil von im Umgang mit
Mailing-Listen noch unerfahrenen Neueinsteigern auch deutlich geringer
sein dürfte.

Dort wird von den alten Hasen der Listen auf fehlerhafte Postings mit
höflichen, sachlichen, aber sehr bestimmten öffentlichen Mails
geantwortet, meist in dem auf die Sache eingegangen wird und dabei eine
sehr bestimmte Anmerkung eingeflochten wird.

Ich würde es auch vorziehen, Hinweise zum äußeren Erscheinungsbild
einer Mail als kleine Anmerkung in einer inhaltlichen Antwort
unterzubringen. Es ist allerdings hier auch schon vorgekommen, daß auf
solche Hinweise mit Rückfragen oder gar Beschwerden über die Liste
reagiert wurde, was bisweilen lange Diskussionen ausgelöst
hat. (Zugegeben, das ist nicht der Normalfall.) Dadurch sind einige
Teilnehmer zu der Auffassung gekommen, daß es besser sei, solche
Hinweise als PM zu schicken.

4. Die von Euch vorgesehene Methode hat frapierende Ähnlichkeiten mit
den fragwürdigen Methoden wie sie einige Arten von Spammern (Dear Bernd,
hot xxx-site) und Internet-Marketern verwendet werden. Aus meiner Sicht
steht ihr dabei auf dem gleichen dünnen rechtlichen Eis wie es diese
Personen tun (Address-Harvesting, personenbezogende Daten, Datenbank,
Widerspruchsrecht, allg. Datenschutz).

Unabhängig davon, wie ich zu der Methode stehe, kann ich diesen
Vergleich nicht nachvollziehen. Spammer sammeln für Ihre Aktionen
willkürlich Adressen von Personen, die mit ihnen in keinerlei
Beziehung stehen. Wenn jemand Mails an eine öffentliche Liste schickt,
dann ist es normal, darauf Antworten zu bekommen, sei es nun über die
Liste oder per PM. Auch damit, daß einem nicht alle Antworten
gefallen, muß man rechnen.

Wenn jemand eine Mail an die Liste mit einem Hinweis auf
"Fehlverhalten" (wie auch immer das definiert ist) per PM beantwortet
liegt das in seiner Verantwortung, und das bleibt auch so, wenn er
sich entscheidet, die in seinem Namen verschickten Mails automatisch
generieren zu lassen. Das gilt genau so, wenn "jemand" eine bestimmte
Gruppe von Leuten ist.

Und auch hinsichtlich Datenschutz sehe ich da kein Problem, solange
keine "Akten" über einzelne Leute geführt werden. Jede Mail an diese
Liste, und damit auch die E-Mail-Adresse des Absenders, landet
automatisch in diversen Archiven, die z.T. auch über ein Web-Interface
öffentlich zugänglich sind. Also kann man basierend auf diesen Mails
kaum irgendwelche Daten sammeln, die man nicht auch anderswo abrufen
könnte. So ist das nun mal mit einem öffentlichen Forum. Davon, daraus
"Dossiers" über das Verhalten einzelner Teilnehmer zu erstellen, würde
ich trotzdem nichts halten, aber das wollte hier ja wohl auch niemand.

Eilert

--
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eilert Brinkmann -- Universitaet Bremen -- FB 3, Informatik
eilert@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx - eilert@xxxxxxx - eilert@xxxxxxxxxxxxxx
http://www.informatik.uni-bremen.de/~eilert/

---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: suse-linux-unsubscribe@xxxxxxxx
For additional commands, e-mail: suse-linux-help@xxxxxxxx


< Previous Next >
This Thread