Mailinglist Archive: opensuse-programming-de (53 mails)

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Re: PHP oder C
  • From: Joerg Rossdeutscher <ratti@xxxxxxxxxxx>
  • Date: Mon, 22 Aug 2005 23:33:15 +0200
  • Message-id: <20050822213356.10F0510DA460@xxxxxxxxxxxxxxxx>
Moin,

Am Montag, den 22.08.2005, 06:32 +0200 schrieb Manfred Rebentisch:
> Am Sonntag, 21. August 2005 22:58 schrieb Joerg Rossdeutscher:
> > Am Freitag, den 19.08.2005, 06:06 +0200 schrieb Manfred Rebentisch:

> > Mit PHP hat der Kunde eine allgemein gängige Lösung, mit der er
> > beliebige Dienstleister betreuen kann, er ist frei in der Wahl des OS
> > und des Webservers, und er hat hinter sich eine große Community, die an
> > den Sachen weiterentwickelt. Wenn er sein System erweitert, hat er das
> > ganze Spektrum von PHP zur Verfügung, also Anbindung von Datenbanken,
> > Imaging-Software, etc, pp.
> >
> Ja, vielen Dank. Genau das haben wohl auch andere dem Kunden gesagt. Ist
> nachvollziehbar.
>
> " große Community, die an den Sachen weiterentwickelt"
> Was nützt dem Kunden das, wenn an PHP weiter entwickelt wird? Seine
> PHP-Anwendung wird dadurch vielleicht garnicht besser, sondern muß angepaßt
> werden, weil Inkompatibilitäten entstanden sind.

Erfahrungsgemäss wachsen die Ansprüche, die Software im Einsatz wird
erweitert etc.
Dann hat er php zur Hand.


> " frei in der Wahl des OS"
> Meine C-Lösung ist an den Apache gebunden, mit etwa 0,05% des Source-Codes.
> Der Apache-Server läuft nicht nur unter Linux, sondern auch auf Windows-Server
> und vielen Unix'en. Meine C-Lösung läuft mit Apache mit.
> Und wenn wer Lust hat, wird eine Schnittstelle für einen anderen Webserver
> implementiert.
>
> "mit der er beliebige Dienstleister betreuen kann"
> Bei der C-Lösung kann er zwar keine PHP-Dienstleister beauftragen, aber dann
> nimmt er eben C-Dienstleister.

Ich kann jetzt nur erzählen, was ich kenne:
Ich verdiene "unter anderem" meine Brötchen mit Websites. Und ich kenne
in meinem Umfeld niemanden, der etwas anderes kann als PHP und selten
Perl. (JavaScript natürlich, aber das spielt ja hier keine Rolle).


> > Die C-Lösung hat nur Nachteile: Es gibt keine Community, er ist abhängig
> ... hat NOCH keine Community. Aber vielleicht entsteht die wirklich nie...

Na, die große Gemeinde von PHP-Entwicklern und -Anwendern ist halt schon
da, die wirst du so schnell nicht toppen. :-)

> > vom Entwickler (Ja, GPL, aber da muss sich ja auch wieder jemand
> > einarbeiten, und welcher Online-Dienstleister hat schon einen
> > C-Programmierer in der Firma), ...
> Ich meine, daß die Abhängigkeit von einem C-Programmierer oder einem
> PHP-Programmierer sich nichts nimmt: der Kunde kann es nicht selbst und einen
> Fachmensch muß er ohnehin anheuern (wenn der ursprüngliche Auftragnehmer
> perdu ist).

Die Welt ist voller hungernder Studenten, Freelancer etc., die alle PHP
können, alle für 10€/Stunde. Umgekehrt wüsste ich absolut nicht, wo ich
bei Bedarf jemanden herbekommen könnte (beruflich), der C kann - erst
recht nicht in der gleichen Preisklasse.



> Im übrigen haben sich selbst unsere Praktikanten innerhalb von ein bis zwei
> Tagen in die C-API eingearbeitet.
> Übrigens haben die meisten (größeren) Firmen mit IT-Personal mindestens einen
> C-Programmierer im Haus. Gerade weil C-Programmierkenntnisse weltweit so
> stark verbreitet sind und bleiben werden, habe ich 'C' gewählt. PHP ist in C
> programmiert, Apache ist in C programmiert, Linux ist in C programmiert.

Ich habe nix gegen C. Ich kann überhaupt kein C, ich kann es, wenn es
sauber programmiert ist, halbwegs lesen. Vorrausgesetzt, der
Programmierer war nicht zu originell.

Es ist nur bei uns in der Branche absolut unüblich. Die meisten Leute,
die Webdienstleistungen anbieten, sind keine Programmierer, sondern
erweiterte Designer (oder, nach meinen letzten Erfahrungen mit einem
Stellengesuch: Umgeschulte Gerüstbauer oder Seeleute. Seufz.)

Was die großen Firmen mit der IT angeht: Ich wäre ja schon froh, wenn in
deren IT jemand was von *Computern* verstehen würde, geschweige denn von
C... neulich wieder: (Mail kommt nicht an) "Sind sie sicher, dass die
Mail überhaupt verschickt wird?" "Ja!" "Warum?" "Ich habe einen Haken
gemacht bei [x] Mailserver!". Bammbamm. :-)


> C-Programmierknowhow haben auch viele Leute, die heute Java, PHP, C#, C++ oder
> anderes programmieren. Sie stellen dieses alte C-Know-How manchmal nicht mal
> in der Vita heraus, weil es ihnen unwichtig erscheint.

Die meisten Leute, die ich so kenne und die Websites bauen, sind noch
nie per ssh oder wenigstens telnet auf einer Kiste gewesen, finden aus
vi nicht wieder raus und haben keine Ahnung, dass der Apache ein Logfile
hat.

> >
> > Also warum C? Hättest du jetzt Perl gesagt... aber C?
>
> Meinst Du, weil die Abhängigkeit von einem Perl-Programmierer für den Kunden
> erträglicher wäre?

Auf jeden Fall, ja. Das hat man in unserer Branche schon eher mal drauf
- die alten Hasen kennen es von früher, als cgi-perl die übliche Methode
für dynamischen Code war, und ausserdem kommt man bei der Systemwartung
eher damit in Berührung, weil man sich Scripte schreibt.


> Vielleicht bist Du Perl-Fachmann und ich will nicht überheblich sein, aber
> C-Programmierung ist einfacher zu lernen als Perl, es gibt wesentlich mehr
> C-Programmierer und wenn ich mir existierende Perl-Anwendungen (die gut sein
> mögen) ansehe, stehen mir einfach die Haare zu Berge.

Ich programmiere in jeder Sprache letztlich BASIC. :-)

> Und: ich wette, auch der Perl-Interpreter ist in C programmiert.
>
> Nicht zuletzt ist mein Argument für den Kunden, daß er ein unschlagbar
> schnelles System bekommt, mit dem er seinen Mitbewerbern einige Nasenlängen
> voraus ist.

Meist irrelevant, weil der gelangweilte Rechner auf das Netzwerk wartet.


> Die Sicherheit gegen Hackerangriffe kann theoretisch auch mit PHP
> gewährleistet werden. Aber viele Systeme (wie PHP postnuke) können es eben
> nicht.

Das läuft heraus auf "Hauptsache, was ungewöhnliches nehmen - da macht
sich keiner die Mühe, 'nen Hack zu schreiben". Dann kannst du auch
gleich den "PS-HTTPD" verwenden. :-)

Gruß,
Ratti

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