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RE: [suse-laptop] DLink DWL-650 (WLAN) läuft nicht
  • From: "Domsalla, Thorsten" <thorsten.domsalla@xxxxxxx>
  • Date: Mon, 24 Jun 2002 17:19:24 +0200
  • Message-id: <D7593074CC27D311AA1F0008C75D8DA311560C6A@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
Hallo Christian,

>>> Ich weiß zwar nicht, was SuSE da gebastelt hat, aber lauffähig
>>> scheint es
>
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>>> nur in den wenigsten Fällen zu sein.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Das, was ich oben unterstrichen habe, ist Genörgel!

Normalerweise hätte ich das "Genörgel" ignoriert, aber mir dies von einem
SuSE-Mitarbeiter sagen zu lassen empfinde ich als unfreundlich.

> Außerdem verbiegen wir die Pakete nicht, sondern passen sie
> an die Distribution an. Das ist genau das, was eine Linux

Da steht die Grundsatzfrage, was ist eine Anpassung. An dieser Frage möchte
ich mich nicht beteiligen, letztendlich habe ich die freie Wahl der
Distribution. Aber es soll mir erlaubt sein, in einer Diskussionsrunde meine
Erfahrungen einzubringen und nötigenfalls bei Problemen Kritik zu äußern.

> Distribution ausmacht. Wenn Du das nicht möchtest, kein
> Problem: Installiere Dir die source RPMs und compiliere die
> Pakete ohne unsere diffs. Oder hole die Pakete direkt vom Maintainer.

Genau das habe ich schliesslich gemacht. Weil ich sonst keine Möglichkeit
gesehen habe, meine Probleme zu lösen. Jetzt läuft alles wie gewünscht.

> Unter Kritik verstehe ich:
> "Du hast das so und so gemacht. Das ist aber in disem und
> jenem Punkt fehlerhaft/verbesserungswürdig. Z.B. so und so
> würde es besser funktionieren."

Gut, ich formuliere mein Genörgel um:
(*) Ein GNU/Linux-System auf einer Linux-Maschine ist eine dynamische
Arbeitsumgebung. Wenn ich eine Linux-Distribution, zumal mit dem
Namenanhängsel "Professional", einsetze, erwarte ich, daß diese Distribution
die Dynamik in gewissen Grenzen erlaubt; dazu gehört beispielsweise das
Installieren eines neuen Kernels (noch nicht einmal ein Entwicklungskernel).
Mittlerweile scheinen aber die Grenzen bei SuSE Linux 8.0 aneinander zu
stossen und keine Luft mehr für Veränderungen zu lassen. Auch bei
vorhergehenden SuSE-Versionen war es nicht trivial, aber mit nötigem
Basiswissen über die Maintainer-Pakete relativ einfach, sein System den
gewünschten Erfordernissen anzupassen. Bei SuSE Linux 8.0 ist es nun
deutlich schwerer geworden. Und diesen Umstand halte ich für
verbesserungswürdig.

> Bitte, es steht Dir offen, zu tun und lassen was Du willst,
> ao daß es für _Dich_ optimal ist. Wir hingegen müssen
> Kompromisse eingehen, damit es für _möglichst viele_
> _möglichst gut_ wird. D.h. es ist im einzelnen Spezialfall suboptimal.

Dagegen sage ich nichts. Ich bin mir durchaus der zahlreichen Stolperfallen
für eine Linux-Distribution bewusst. Doch das SuSE-Marketing hat denjenigen,
die in einer solchen Falle sitzen, nichts darüber gesagt, sondern vollmundig
eine hohe Erwartung geschürt. Im grossen und ganzen gefällt mir die
SuSE-Distribution nach wie vor, aber stellenweise im Detail bin enttäuscht.

> Hey, dann verwende auch das Startscript aus dem orginal
> Paket. Da kommt kein -k und -n vor. Du nimmst ein bischen von
> hier ein bischen von da und wunderst Dich wenn es nicht funktioniert?

Wer sagt, daß ich ein bisschen hier und da nehme? Ich habe darauf
hingewiesen, daß man gegebenenfalls das SuSE-Skript anpassen muss. Und dann
gibt es nichts zu wundern mehr, da es funktioniert.

> Dasselbe gilt für Deine Kernelmodule. Offensichtlich hast Du
> Deine selbstkompilierten Module einfach in den SuSE Tree mit

Hm, Du kennst Deine Pappenheimer (mich) schlecht. Das für Dich vermeindlich
Offensichtliche ist in diesem Fall unzutreffend.

> ist, daß Du anderen Leuten auf der Liste damit nicht hilfst,
> sondern sie höchstens weiter verwirrst.

Das kann ich nicht entscheiden. In einer vorangegangenen Nachricht habe ich
detailliert das Problem, die Randbedingungen sowie *meine* Lösung
angebracht. Diese Lösung ist funktionsfähig und ist wiederverwendbar, aber
natürlich nicht die einzig mögliche.

Es wäre schade, wenn Du damit andeutest, daß alternative Lösungsvorschläge
in dieser Liste nicht erwünscht sind.

> ... Du kuckst Dir _genau_ an wie es bei SuSE funktioniert und
> baust dann Deine neuen/anderen Module/Scripte dazu. Entweder
> A, oder B, oder beides _harmonisch_ kombiniert.

Also exakt das, was ich tue. Oben schimpfst Du über das, was Du hier
empfiehlst? Mir scheint, Du scheinst mich missverstanden zu haben. Wir
schaukeln uns gegenseitig wie die Kinder über missverstandenes technisches
Können auf. Lustig. :-)

> So, und jetzt würde ich gerne ein wenig richtige Kritik
> hören. Laß mich mal wissen, wie ich was besser machen soll.

Das habe ich oben bei (*) bereits getan.

> [...] (deswegen kannst Du trotzdem auf der Liste schreiben was Du
> willst, so wie ich mich auch darüber ärgenrn darf, OK? Nichts

Mit dem Unterschied, daß ich König Kunde bin und mir missmutige Äusserungen
von genau demjenigen, von dem ich eigentlich freundliche Unterstützung
erwarte, gefallen lassen muss?

Entschuldige. Aber genau an dieser Stelle liegt wohl meine eigentliche
Schwachstelle: Der verletzte Stolz.
Meine Erwartung in technische Details der SuSE-Version 8.0 ist enttäuscht,
aber ich schicke brav meine Problemlisten zum SuSE-Support oder gebe sie
Inhouse weiter. Anstelle eines "Zur Kenntnis genommen, wir sehen uns das
Problem an", erhalte ich ein "Dieser Support-Service steht nur zahlenden
Kunden zur Verfügung". Zuletzt werde ich noch als nörgelnder Wirrkopf
disqualifiziert.
Ich weiß nicht, wie viele Jahre ich bereits SuSE die Treue halte. Damals
als Treiberentwickler, heute in der Anwendungsentwicklung. Doch ich stelle
fest, daß, je professioneller SuSE sich gibt, die damals persönliche Nähe
zwischen mir und der handvoll SuSE-Leuten immer mehr von Gräben durchzogen
ist. Ich empfinde dies als eine bedauerliche und enttäuschende Entwicklung.

Ich schlage vor, daß wir unseren dummen Zwist beilegen. Und wenn Du nach
Walldorf kommst, lass uns in der Kantine darüber lachen.

Mit freundlichem Gruß,
TJ

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