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Re: Flash-Speicher ohne Partitionierung sinnvoll und automount-fähig?
  • From: Thomas Michalka <Thomas.Michalka@xxxxxx>
  • Date: Mon, 18 Jul 2011 21:25:39 +0200
  • Message-id: <4E2488B3.8040404@gmx.de>
Hallo Werner,


Werner Flamme schrieb:
Am 16.07.2011 00:16, schrieb Thomas Michalka:
Hallo Werner,

Hallo Thomas,

Werner Flamme schrieb:
[...]
Du hast mich flscah zitiert: ich schrieb "umformatiert", nicht "um
formatiert".
Aha, ich dachte, Deine Tastatur hätte ein Leerzeichen 'verschluckt',
denn den Begriff umformatieren ist nach meinem technischen Verständnis
sinnlos. Wenn man es z.B. mit "umbauen" vergleicht, wird das klar: ein
Haus kann man dadurch umbauen, indem man z.B. Teile davon einreißt und
anders wieder aufbaut. So etwas kann man mit einem Dateisystem nicht
machen. Und wenn eine Partition mit einem Dateisystem beschrieben wird,
spielt es keine Rolle, ob vorher schon eines darauf war. Insofern kann
ich "umformatieren" auch nicht als "neu formatieren" verstehen.

Und eine Partition/ein Filesystem kann ich nicht umbauen? Zum Beispiel
kann ich ein Filesystem auf einer Partition erstellen, das nicht so groß
ist wie die Partition selbst. Analogie vielleicht der Umbau eines
kombinierten Wohn-/Geschäftshauses in ein reines Wohnhaus. Ich kann - je
nach FS-Typ - ein Journal anlegen oder entfernen, dasselbe Filesystem
mit einer anderen Blocksize anlegen usw. Die Optionen der verschiedenen
mkfs.xxx bieten da einiges. Bei mkfs.vfat kann man zum Beispiel die
Anzahl der FATs ändern - bestimmt ein interessantes Experiment :-)

Ja, klar! Und wenn ich es ganz bunt treiben möchte (eines Tages
vielleicht), dann fasse ich zwei USB-Sticks zu einem LV zusammen ;-)
Spaß beiseite: nur nicht unnötig von hinten durch die Brust ins Auge!
"Keep it simple", so halte ich es am liebsten.


Ich kann Dir erklären, was ich feststellen will:
1) genau, was Du gefragt hast: ob das N8 mit einem VFAT-FS auf genau
_einer_ Partition auf dem eingebauten Flash-Speicher genauso gut
klarkommt, wie jetzt mit dem VFAT-FS ohne Partitionierung.
2) ob mein oS-11.0 das VFAT-Dateisystem automatisch mountet, wenn das
Medium im N8 mit _einer_ Partition mit dem VFAT drauf ausgestattet
ist (jetzt hat es ja keine).

Den zweiten Punkt möchte ich mit einem billigen USB-Stick testen, der
augenblicklich genau eine Partition hat und darauf ein VFAT-FS. Wenn ich
morgen dazu komme, die Partition zu löschen, um den Stick dann direkt
mit dem VFAT-FS zu beschreiben, dann weiß ich kurz danach, ob mein
oS-11.0 nur Dateisysteme auf Partitionen mountet oder auch solche direkt
auf einem Stick (letzteres geht auf oS-11.0 nicht einmal manuell, siehe
mein Mount-Versuch mit dem Ergebnis "mount: /dev/sdi: can't read
superblock").
Das Ergebnis dieses Tests nehme ich zumindest als Hinweis darauf, warum
mein oS-11.0 den eingebauten Flash-Speicher des N8 nicht mounten will.

Punkt 1 zu testen, ist natürlich ein gewisses Risiko. Dass ich die Daten
(die übrigens keine Systemdaten, sondern nur Bilder, Sounds u.ä. sind,
was die Hoffnung nährt, dass das N8 auch noch funktioniert, wenn es
diese Daten nicht mehr lesen können sollte) vorher sichere, versteht
sich von selbst.

Was bringt mir die Erkenntnis? Nichts, denn der Speicher
hat immer noch die gleiche Größe (bis auf die paar Blöcke, die für die
Partitiosinfos draufgehen).
Um die Größe geht's mir nicht, sondern darum, ob das N8 auch aus dem
eingebauten Flash lesen kann, wenn der im Ggs. zu jetzt eine Partition
hat (mit dem gleichen FS-Typ).

Aber wozu das? Nimm doch eine aktuellere Version... Obwohl das ganze
auch mit einer 11.2 gehen müsste.

Tut's auch, manuell wenigstens, d.h. der Automount-Apparatismus von
KDE 4.x scheint unpartitionierte Medien nicht zu mögen (der von KDE
3.5.x aber schon!), aber das juckt mich nicht besonders, denn auf dem
oS-11.2-Rechner habe ich in die /etc/fstab einfach einen Eintrag für das
Mounten mit "by-id" eingetragen, und so tippe ich nur noch "mount
/media/phone" und schon habe ich das N8 dort 'an der Strippe'.

Weil ich den Verdacht habe, dass die fehlende Partition auf dem internen
Flash-Speicher dir Ursache dafür ist, das oS-11.0 das VFAT-FS nicht
mounten kann.

Kann es gar nicht mounten? Oder mountet es nur nicht automatisch?

OS-11.0 kann es gar nicht; hier nochmal als Eigenzitat die Ausgabe von
mount:

Der Mountversuch unter oS-11.0:

rechner:~ # mount -t vfat /dev/sdi /mnt/
mount: /dev/sdi: can't read superblock

Unter oS-11.2 geht's mit dem eingebauten Speicher des N8 klaglos, ohne
das hier durch eine Ausgabe von "mount | grep phone" belegen zu wollen.


Aber es kann natürlich sein, dass das Mounten des Dateisystems fest
kodiert ist (dev/sdX), so dass ein /dev/sdX1 nicht gemountet wird.
Wieso sollte das nicht so sein?
Weil die Entwickler des N8 auch das Mounten von Dateisystem auf
Partitionen vorgesehen haben könnten. Wenn man es recht bedenkt, ist das
sogar sehr wahrscheinlich, denn käufliche SD-Karten haben i.d.R. eine
Partition, auf der sich das VFAT-FS befindet. Sollte man wirklich jede
SD-Karte erstmal "umformatieren" (um doch mal deinen Terminus zu
verwenden) müssen, damit sie im N8 funktioniert?

Gibt es vielleicht einen Unterschied im Handling externe <-> interne
Speicher?

Das kann ich leider erst sagen, wenn ich mal eine Mini-SD-Karte
eingesteckt haben werde.

Das Mounten von Dateisystemen ist aber doch auf einer viel höheren
Abstraktionsebene angesiedelt. Aber gut, fdisk -l kann unter 11.0 das
Medium gar nicht anzeigen, obwohl es erkannt wurde (lsusb, lsscsi). Das
stimmt schon nachdenklich ...

Wenn Du ein "fdisk -l" auf den interen Speicher des N8 loslässt, sagt es
Dir vielleicht, dass da keine gültige Partitionstabelle drauf ist.

Genau das tut es ja unter oS-11.2, es zeigt die Daten des Mediums an,
und unter der üblichen Titelzeile über den Partitionen steht nichts, was
in Ermangelung einer Partition wohl normal ist (der heutige Versuch mit
einem VFAT-FS auf einem unpartitionierten USB-Stick, s.u., bestätigt das).
Aber unter oS-11.0 tut es genau das nicht, es zeigt nämlich gar nichts,
also nicht einmal die Mediendaten, an.

fdisk
achtet auf Partitionen, nicht auf Filesysteme.

Das ist klar, siehe meine Angaben in meiner Antwort vom 13.07. auf
Davids Posting. Er wollte wissen, was "fdisk -l" bei mir anzeigt -- hier
für oS-11.2 (diesmal mit der Originalausgabe für den N8-Speicher), der
Einfachheit halber, nochmal wiederholt:

rechner-mit-oS-11.2:~ # fdisk -l

<Interne Platten u.s.w.>

Disk /dev/sdg: 15.4 GB, 15351152640 bytes
64 heads, 32 sectors/track, 14640 cylinders
Units = cylinders of 2048 * 512 = 1048576 bytes
Disk identifier: 0x00000000

Device Boot Start End Blocks Id System
<< hier folgt dann mangels Partitionen eben nichts mehr >>


Unter oS-11.0 sieht es dagegen nur so aus:

rechner-mit-oS-11.0:~ # fdisk -l

<Anzeige für interne Platten u.s.w.>

Hier sollte noch die Anzeige für "Disk: /dev/sdX: ..." stehen. Steht
aber gar nichts ...
Anders ausgedrückt: "fdisk -l /dev/sdX" zeigt nichts an.


Jetzt der angekündigte Versuch mit einem ...
USB-Stick:

Zunächst habe ich die einzige Partition gelöscht. Dann:

rechner-mit-oS-11.0:~ # mkdosfs -v -I -F 32 /dev/sdi
mkdosfs 2.11 (12 Mar 2005)
/dev/sdi has 249 heads and 62 sectors per track,
logical sector size is 512,
using 0xf8 media descriptor, with 15794176 sectors;
file system has 2 32-bit FATs and 8 sectors per cluster.
FAT size is 15394 sectors, and provides 1970419 clusters.
Volume ID is 4e244bab, no volume label.


rechner-mit-oS-11.0:~ # fdisk -l /dev/sdi

Disk /dev/sdi: 8086 MB, 8086618112 bytes
249 heads, 62 sectors/track, 1023 cylinders
Units = cylinders of 15438 * 512 = 7904256 bytes
Disk identifier: 0x00000000

Device Boot Start End Blocks Id System

Aber immerhin werden für den USB-Stick dessen Mediendaten angezeigt, was
beim N8-Speicher nicht der Fall ist.

Das Mounten des unpartitionierten USB-Sticks klappt sowohl unter oS-11.2
als auch unter oS-11.0 problemlos, bei letzterem sogar automatisch (!).


Schlussfolgerung (vorläufig)
----------------------------
Aus dem Versuch ziehe ich den Schluss, dass der Speicher des N8 nicht
wie ein USB-Stick gesehen werden kann, weshalb ich ersteren auch lieber
nicht partitionieren werde (z.B. "cfdisk /dev/sdf" unter oS-11.2
scheitert schon beim Starten mit einem fatalen Fehler).
Es bleibt allerdings die Frage, warum ausgerechnet unter oS-11.2
letztlich das Mounten klappt, unter oS-11.0 jedoch nicht, bzw. warum
unter oS-11.0 trotz erfolgreicher Hardware-Erkennung ein Programm wie
fdisk nicht einmal die Mediendaten anzeigen kann, unter oS-11.2 jedoch
schon.


Fazit
-----
Ein USB-Stick, ob mit oder ohne Partition, ist sowohl unter oS-11.0 als
auch unter oS-11.2 völlig problemlos -- so wie es sein sollte.
Deshalb kann zum jetzigen Stand leider nicht entscheiden werden, wer
letztlich schuld ist: Nokia, die im N8 vielleicht einen nicht
standardkonformen Massenspeichermodus implementiert haben, oder ein
Mangel bei oS-11.0, der bei oS-11.2 vielleicht bereits behoben war.

Vielleicht hat jemand noch Ideen für weitergehende Analysen, die uns der
Wahrheit ein Stück näherbringen.


Beste Grüße, Tom
--
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