Mailinglist Archive: opensuse-de (1185 mails)

< Previous Next >
Re: Plan / Strategie / Kritik rund um openSUSE
  • From: Sebastian Siebert <freespacer@xxxxxx>
  • Date: Sun, 12 Sep 2010 22:41:11 +0200
  • Message-id: <4C8D3AE7.3050607@xxxxxx>
Hallo Dieter,

Am 12.09.2010 20:12, schrieb Dieter Kluenter:

[...]
auch ich möchte mein Scherflein zu dieser allgemeinen Diskussion
beitragen. Seit SuSE-4.3 setze ich privat SuSE, respektive openSuSE
ein und bleibe ersteinmal bei 11.2. Einige werden sich vielleicht auch
noch an meine Beitrage auf suse-linux erinnern. Zuerst einmal ein ganz
spezielles Lob an Novell/SuSE die es ermöglichen, OpenLDAP auch in der
aktuellsten Version dem openSUSE-Projekt zur Verfügung zu
stellen. Damit ist openSUSE die *einzige* Distribution, die die
aktuelle Versionen von OpenLDAP zeitnah für alle unterstützten
Releases bereitstellen kann.


Okay, sollte ja eigentlich so sein, dass man die Pakete recht aktuell
und nach bestimmten Gesichtpunkten wie Stabilität, Sicherheit,
Kompatibilität, usw. in die Distro aufgenommen werden.

Im Moment ist es bei openSUSE ein reines Fressen, egal Hauptsache NEU.
Aber dafür bleibt das wichtigste auf der Strecke und zwar das
ordentliche Abhängen (Testen) der neuen Distro. :-( Ich bin mittlerweile
soweit zu sagen, dass die wieder den alten Release-Zyklus wieder
einführen sollen, dafür die Testphase bzw. Bugfixing verlängern.

Ich persönlich verwende openSUSE primär als Entwicklungssystem und als
Server für meine persönlichen Spielereien, Multimedia interessiert
mich herzlich wenig.


Ja, momentan setze ich ebenfalls openSUSE als Desktop, Multimedia,
Server und LSTP (eher zu Testzwecken) ein. ;-)

Wennn ich die letzten 15 Jahre Revue passieren lasse, stelle ich doch
einen eklatanten Niedergang in der Qualität dieser Mailingliste
fest. Diese Kritik betrifft nicht so sehr die Fragenden, es ist das
Recht des Unerfahrenen, unqualifizierte Fragen zu stellen, sondern die
Form und den Inhalt der Antworten, klick hier und klick da und sodu
dort sind keine ausreichende Hilfestellung.
In der Zeit von 2001 bis 2005 haben sich viele abgewendet, etliche aus
beginnender Unzufriedenheit, andere aus beruflichen oder familiären
Gründen. Leider ist die damals abgewanderte Qualität nicht ersetzt
worden, (davon sind natürlich Fossile dieser Liste nicht betroffen
:-))


Okay, darüber kann man sich streiten, manche können es einfach nicht
(Verzeiht mir den Ausdruck) DAU-mäßig erklären, so dass er es auch
versteht und so dass der User später mit Freude selbstständig auf diesem
Gebiet nachforscht. Da kann ich schon bei einigen verstehen, dass diese
etwas ranzig werden, wenn die Frage schon x-mal wiederholt worden ist.
Aber solche Menschen wissen es erstmal nicht oder nur wenige sind
Lernresistenz.

Wenn ich meine Eltern vor Linux setzen lasse, die können nur Klicken, in
Textverarbeitung und Email schreiben, ggfs. surfen und youtube schauen,
mehr ist bei denen nicht drin. Da ist schon die Erwartungshaltung, dass
es da sofort zu funktionieren hat, ziemlich hoch, obwohl die den ganzen
Hintergrund wie eine Community überhaupt arbeitet gar nicht erst
begriffen haben und machen möglicherweise für alles verantwortlich. Sie
kennen halt nur Windows.

Vielleicht ist eine Aufklärungsarbeit für Linux-Neulinge dringend
erforderlich, um die alten Hasen nicht noch weiter zu überstrapazieren,
um den Frust auf beiden Seiten zu senken. ;-)

zwei Gründe, warum ich bisher bei openSUSE geblieben bin und nicht dem
Mainstream folgend, eine andere Distribution gewählt habe. Ich gestehe
aber, dass ich einige Zeit mit Gentoo experimentiert habe. Dieses
Experiment ist aus meiner Sicht gescheitert. Der erste Grund ist die
riesige Auswahl an Paketen, die ich in dieser Vielfalt, aber auch
Aktualität, bisher bei keiner anderen Distribution gesehen habe.
Der zweite Grund ist die Möglichkeit, für meine Bedürfnisse stabile
Server einzurichten. Es stört mich aber daran, dass dann unzählige
Pakete, aufgrund der Abhängigkeiten, mit installiert werden müssen,
Pakete die keiner braucht.


Okay, zu Gentoo kann dir sicherlich David (dnh) etwas dazu sagen. Mir
persönlich hat Gentoo nicht wirklich gefallen, weil es viel zu lange
dauert, bis man ein System aufgesetzt hat. Auch wegen der Kompilierzeit.

Hier hat wiederum openSUSE mit OBS (openSUSE Build Service) seine Stärke.

Was mich wirklich stört, ist der recht lange Zeitbedarf bei
Bugzilla. ( Ja Thomas, ich gestehe vor einigen Jahren einen
Novell-Account eingerichtet zu haben :-))
Die Laufzeiten bis zur Vorlage eines korrigierten Paketes betragen
teilweise 6 Monate und mehr. (Mit Ausnahme von OpenLDAP, aber das hat
andere Gründe). Das ständige hin- und herschieben der Zuständigkeit,
bis sich endlich einer als zuständig erklärt, ist für einen
Aussenstehenden unverständlich.


Kann ich nachvollziehen, ich habe auch noch ein paar gemeldete
Bugreports noch offen. Entweder ich schaue da selber danach, oder ich
schaue in die Changelog und suche mir die Mailadresse des Paketbauers
heraus und schicke ihm direkt eine Nachricht. Meist geht das viel schneller.

Noch ein paar Worte zur strategischen Ausrichtung. Es steht mir als
Außenstehender nicht an, in unternehmensinterne Prozesse
einzugreifen. Aber um den Fortbestand von openSUSE zu sicherm seien
mir einige wenige Worte gestattet.
Das Marktsegment für Neueinsteiger aus der Windowswelt wird von Ubuntu
beherrscht, ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. Jedenfalls
kann dieses Marktsegment nicht das primäre Ziel für openSUSE sein.
Die Gruppe der Hartgesottenen, der sogenannte 'hard core user' ist bei
Debian und Gentoo gelandet und wird diese Distributionen auch nicht
verlassen. Debian und vor allen Dingen Gentoo, sind aber im
professionellen Umfeld nicht wirklich zu gebrauchen[1], wenn man
betriebswirtschaftliche Maßstäbe anlegt, (Hier weiß ich wovon ich
spreche). Ein SLES ist aber auch nicht immer erwünscht. CentOS bietet
nicht die Bestandssicherheit, also greift man zu openSUSE (oder
Fedora) und installiert das Notwendigste. Ich kann daher nur
empfehlen, zurück zu den SuSE-Wurzeln, dass was SuSE einmal war.


Ubuntu mag zwar die Richtung für Neulinge eingeschlagen haben und die
bleiben solange bei dem System bis diese bestimmte Nachteile vom System
mitbekommen. Naja, der Desktop ist für alle sehr bequem.

Zu Debian habe ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrung gemacht und
zwar als produktiven Server-System.

Gentoo habe ich nur aus Neugierde reingeschnuppert, aber recht schnell
wieder fallen gelassen. Ich würde sowas nicht in einem Produktivsystem
verwenden.

CentOS (LTS-Distro) klingt interessant, aber die Dokumentation war
grauenhaft. Ich habe es einfach nicht geschafft, die Repos zu finden und
einzubinden. ;-)

Ich habe da mal ein paar Fragen an dich. Wie war mal SUSE? Was ist da
der Unterschied zu heute? Was ist früher besser gelöst als heute?

OpenSUSE steht im Wettbewerb zu Fedora und CentOS, nicht zu Debian,
Gentoo und Ubuntu, erst recht nicht zu Mandriva und Slackware.
Frage an die openSUSE Community: wer ist euer Wettbewerber, wer soll
der zukünftige Wettbewerber sein, und wer ist *nicht* der Wettbewerb.


Berechtigte Frage, momentan kann ich openSUSE zur Zeit nicht ganz
einordnen. ;-)

--
Gruß Sebastian - openSUSE Member (Freespacer)
Webseite/Blog: <http://www.sebastian-siebert.de>
Wichtiger Hinweis zur openSUSE Mailing Liste:
<http://de.opensuse.org/OpenSUSE_Mailinglisten-Netiquette>
--
Um die Liste abzubestellen, schicken Sie eine Mail an:
opensuse-de+unsubscribe@xxxxxxxxxxxx
Um eine Liste aller verfuegbaren Kommandos zu bekommen, schicken
Sie eine Mail an: opensuse-de+help@xxxxxxxxxxxx

< Previous Next >
Follow Ups