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Re: Default acl auf reiserfs kaputt?
  • From: David Haller <dnh@xxxxxxxxxxxx>
  • Date: Sat, 19 Jun 2010 01:31:40 +0200
  • Message-id: <20100618233140.GA5230@xxxxxxxxxxxxxxxxxx>
Hallo,

Am Sam, 19 Jun 2010, Volker Kuhlmann schrieb:
On Sat 19 Jun 2010 08:30:35 NZST +1200, David Haller wrote:
Ich weiß garnicht, was ihr habt. Keiner zwingt euch, die fscks öfter
als ihr wollt laufen zu lassen. man tune2fs ; man fstab

Danke, aber darum geht es gar nicht. Es geht um einen rudimentären fsck
beim booten, der <10s für 200GB braucht. Bei extN ist fsck de facto ganz
abgeschaltet. Das ist nach meiner Definition "nicht performant".

Wenn man keine Ahnung ...

Der _wird_ bei ext3 automatisch ausgeführt, wenn das FS nicht sauber
unmounted wurde. Achte auf "replaying Journal" beim mounten des FS.
Das wird auch gemacht, wenn das letzte Feld in der fstab '0' ist.
BTDT, dutzendfach, keine Datenverluste (mit journaling=ordered IIRC),
allerdings habe ich Dateitransfers (per mc meist, ggfs. auch mal mv)
nochmal von vorn angefangen. IIRC hab ich aber sogar mal ausversehen
einen NFS-Transfer fortgesetzt, als die Zielkiste sich aufhing (hatte
das mit defektem RAM öfter mal unter CPU/RAM-Last)...

Du kannst ja zum testen einfach mal im Betrieb unsauber rebooten
(Sysrq+b oder Reset-Taster). Der mount mit "Replay" dauert dann, je
nach Partitionsgröße, Datenmenge und Festplatte durchaus mal 2-8s oder
so.

Und reiserfs hat auch nur das "Journal-Replay" (also wie ext3 ohne(!)
fsck). Ein "fsck" gibt's nicht wirklich, denn reiserfsck war und ist
alles andere als ausgereift. Wenn man Glück hat, tut's was es soll.
Wenn nicht schreddert es dir auch noch die Reste. Ein Image einer
reiser-Partition in einer reiser-Partition ... Viel Spaß!

ext3 hingegen _hat_ ein echtes fsck. Wenn's mal nötig ist. Wie nötig
es ist siehst du an den mountcounts von mir, die trotz HW-bedingter
fieser Abstürze (+Journal-Replay) locker dreistellig werden[1].

Jedenfalls: reiserfs (aka Reißwolffs) ist IMO ein Zombie (und -4 ne
Totgeburt). Wenn du was anständiges willst, nimm ext3, wenn du
experimentieren oder besondere Anforderungen hast, mach dich schlau
über und *teste* XFS, JFS, ZFS, ext4 oder btrfs (nicht unbedingt in
der Reihenfolge).

Bedenke dabei: wenn bei XFS eine Datei bei nem Absturz "offen"
bzw. generell inkonsistent ist, dann füllt XFS die Datei mit Nullen.
XFS ist für redundante Hardware und aktuelle Backups ausgelegt. XFS
hat als oberstes Ziel, das FS konsistent zu halten, auch wenn das
u.U. einen (vermeidbaren) Datenverlust bedingt. Tytso hat dazu was
geschrieben.

Achso: das bzgl. ext3 ist übrigens auch dokumentiert. Und wurde auch
lang und breit u.a. hier in der ML diskutiert, als ext3 noch neu war.

-dnh, der hier 19 ext3-FS mit ~10G (2 x root-Partition) bis 2T in 2
Rechnern hat, bei nem Gesamtfüllstand von 87.5%. Die meisten davon
sind bei >98% Füllstand. Ich hatte wg. ext3 noch genau kein
einziges Problem, und ich verwende es lt. der zugehörigen
System.map in meinem /boot seit 2.4.16, konkret:
$ ls -l /boot/System.map-2.4.16-1
[..] 512293 Dec 14 2001 /boot/System.map-2.4.16-1
Reichen dir ~8.5 Jahre als "Robustheitstest"? Unter teils sehr
widrigen Umständen (ich hatte div. _harte_ durch HW-Probleme
verursachte Resets beider Kisten, bis dahin, daß nichtmal mehr der
Reset-Taster half!) ... Achso: nach reboot war jew. nur ein <10s
Journal-Replay fällig (<1-2s wenn auf der jew. Partition beim
Absturz nix los war) und ich konnte weitermachen als wäre nix
gewesen. Noch Fragen?

PS: ich bleib bis auf weiteres auch bei ext3. ext4 könnte "bald" mal
getestet werden, btrfs später ... ZFS ist sehr attraktiv, aber mir
fehlt das Vertrauen in die Linux-Portierung.

[1] # tune2fs -l /dev/hdd1 ### gekürzt
Mount count: 934
Maximum mount count: 77
Last checked: Tue Jul 1 03:12:32 2008
Check interval: 15552000 (6 months)

Und ja, die Kiste hat seit dem letzten Check meherere unsaubere
reboots hingelegt und auf der Partition ist regelmäßig (täglich
eigentlich) Verkehr im multi-GB Bereich. Lies obiges als Maß wie
sehr ich ext3 auch ohne ständigen "echten" e2fsck inzwischen
vertraue.

Das System hier läuft übrigens seit fast 11 Jahren (die
CPU/MoBo/RAM seit fast 10 Jahren), mit diversen Umzügen auf neuere
Festplatten. IIRC hab ich damals auf ne 6.4GB Platte (oder schon
ne 9.1G?) installiert... Heut läuft's auf ner 500G Platte (mangels
größerer IDE Platten ...).

--
"`Ford, you're turning into a penguin. Stop it.'" -THHGTTG
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