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Re: kann Windows Ext3/4 bzw. Reiserfs-Dateien lesen?
  • From: Sebastian Siebert <freespacer@xxxxxx>
  • Date: Sun, 01 Nov 2009 12:14:21 +0100
  • Message-id: <4AED6D8D.6070106@xxxxxx>
Hallo,

Matthias Fehring schrieb:
Am Samstag 31 Oktober 2009 schrieb Oliver Leue um 19:13 Uhr:
Hallo Daniel,

Am Samstag, 31. Oktober 2009 schrieb Daniel Bauer:
Hallo guten Abend,

vielleicht eine dumme Frage, trotzdem:

kann Windows Ext3/4 bzw. Reiserfs-Dateien lesen?
http://www.google.de/search?q=ext3+windows&ie=UTF-8&oe=UTF-8

Den Treiber von

http://www.fs-driver.org/

habe ich mal unter XP ausprobiert, aber den Zugriff letztlich nicht
hinbekommen. Soll wohl aber irgendwie gehen.

Dazu kann ich sagen, dass der Treiber von fs-driver.org bei mir mit einer
Ext3-Partition einwandfrei
unter Windows XP funktioniert. Ich brauchte ihn nur installieren, der
Partition einen
Laufwerksbuchstaben zuweisen und es lief. Ich finde, es ist die beste Lösung,
da die Partition damit
ganz normal in Windows eingebunden wird.

Nun ja, dem User ein Tool zu empfehlen, ist eine Sache. Jedoch gibt es
auf der anderen Seite eine unschöne Sache. In der Release Notes von
Ext2IFS wird erwähnt, dass es nur mit einer Inode Größe von 128
funktioniert. Jedoch wird seit openSUSE 11.0 die ext3-Partitionen
standardmäßig mit einer Inode Größe von 256 anstatt 128 formatiert.

Daher wer die Inode Größe nicht von vorneherein geändert hat, hat Pech
gehabt und muss die betreffende Partition die Daten auf eine freie
Partition umkopieren und die Partition nochmal mit einer Inode Größe von
128 neuformatieren. Danach wieder die Daten zurückspielen. Beim
Kopieren kann man hier ne Menge Fehler machen. z.B. die original Rechte
werden nicht berücksichtigt, atime der Dateien werden angefasst usw.

Um herauszufinden mit welcher Inode Größe die Partition formatiert
wurde, kann man dies wie folgt abfragen:
# tune2fs -l /dev/sda1 | grep "Inode size"

Falls das System bereits, wie oben beschrieben, mit einer Inode Größe
von 128 partitioniert wurde, der kann mit dem Tool darauf zugreifen.
Wobei ich es sehr eingeschränkt empfehlen würde, denn die Entwicklung
dieses Tools ist eingeschlafen und kann leider immer noch nicht
automatisch die Inode-Größe bestimmen und entsprechend ins Windows
System einbinden. Und auch andererseits auf Dateien schreibend auf einer
Jornaling Partition ist mit diesem Tool die denkbar schlechteste Idee
und kann zu einer Inkonsistenz der Partition führen.

Daher: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!!!

Eine etwas bessere Lösung wäre (die ich momentan bei einer externe
USB-Festplatte einsetze):
Eine NTFS-Partition unter Windows erstellen und die Daten lassen sich
sowohl in Windows wie auch in Linux (ntfs-3g) lesen und schreiben. Da
das Tool ntfs-3g ständig weiterentwickelt wird, kann man es jetzt schon
gut einsetzen und funktioniert bei mir schon seit über einem Jahr
einwandfrei. Der bekannte Nachteil: Linux-Rechte für bestimmte Dateien
und Verzeichnisse greifen hier nicht.

Aber wie immer gilt, bei solchen Experimenten und auch sonst immer
Backups machen. (Ich kann es einfach nicht oft genug sagen) :-)


--
Gruß Sebastian - openSUSE Member (Freespacer)
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