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Re: dazuko installieren-Probleme beim Kompilieren
  • From: Thomas Hertweck <Thomas.Hertweck@xxxxxx>
  • Date: Mon, 10 Nov 2008 21:01:08 +0000
  • Message-id: <4918A114.6080707@xxxxxx>

Thomas Schirrmacher wrote:
hast Du vielleicht einen Link zu einer Anleitung zum kompilieren eines
gepatchten Kernels?
Ich frag das halt nur für diejenigen, die sich mal nen Kernel gepatcht haben
und den irgendwie als RPM sichern möchten.

Schau Dir mal ein SuSE Kernel SRC-RPM an. Das besteht normalerweise aus
den original Linux-Quellen von kernel.org sowie etlichen Patches, die
vor dem Bau des Kernels angewandt werden. Idealerweise installierst Du
das SRC-RPM (alle Dateien finden sich dann unter /usr/src/packages),
fuegst Deinen Patch im korrekten Verzeichnis (SOURCES) hinzu und
aenderst das .spec File (in SPECS) entsprechend ab (Voraussetzung ist
natuerlich, dass die diversen Patches nicht kollidieren, ansonsten ist
etwas Handarbeit angesagt - wie gesagt, fuer Anfaenger ist das Patchen
von Kerneln nicht unbedingt zu empfehlen). Gegebenenfalls musst Du noch
fuer ein eigenes Kernel-Release sorgen, damit Dein neuer Kernel nicht
mit einem SuSE-Kernel kollidiert. Dann uebersetzt Du den Kernel mit
Hilfe des neuen (angepassten) .spec Files und laesst Dir die
SuSE-konformen RPMs bauen und auch ein neues komplettes SRC-RPM. Fertig.
Die RPMs koennen dann wie ueblich installiert werden.

Die gleiche Vorgehensweise funktioniert auch, falls Du SuSE Patches aus
dem Kernel entfernen willst - Du musst dann lediglich das Anwenden des
Patches im .spec File auskommentieren. Allerdings ist hier Vorsicht
geboten, da evtl. eine Software auf dem SuSE-System diesen Kernel Patch
fuer ein korrektes Funktionieren benoetigt.

Wenn ein Patch lediglich ein einziges Modul betrifft, waere es eventuell
noch besser, einfach den SuSE-Standardkernel beizubehalten und lediglich
das Modul selbst zu aendern. Das wuerdest Du dann in ein KMP RPM packen.

Das Problem mit eigenen Kerneln ist, dass Du nicht automatisch
Sicherheitsupdates durch SuSE geliefert bekommst, d.h. Du bist quasi
selbst dafuer verantwortlich, den Kernel aktuell zu halten, vor allem
wenn Du irgendwelche oeffentlichen Server betreibst. Der SuSE Kernel ist
sehr modular aufgebaut und ein komplett eigener Kernel ist heutzutage
nur noch selten erforderlich, zumindest fuer den average home user.

Schau Dir auch mal die Doku von Andreas Gruenbacher an,
http://www.suse.de/~agruen/kernel-doc/ - ich bin mir nicht sicher, ob
die Doku noch auf dem allerneusten Stand ist, aber als Einstieg in die
SuSE Kernel-RPMs und KMPs sicher ganz gut. Du findest die Datei auch
lokal auf Deinem System als README.SUSE (Link) im Kernel Source Tree
(zumindest hier auf einer 10.3, habe keine 11.0).

Gruesse aus London,
Thomas
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