Mailinglist Archive: opensuse-de (1852 mails)

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Re: Packmanninstallationsquelle in Yast bei 10.1
  • From: Christian Boltz <suse@xxxxxxxxx>
  • Date: Tue, 16 May 2006 02:04:20 +0200
  • Message-id: <200605160204.20815@xxxxxxxxxxxxxxx>
Hallo Dennis, hallo Leute,

Am Montag, 15. Mai 2006 21:03 schrieb Dennis Neumeier:
> [Johannes Kastl]
> > Schon mal dran gedacht dass dir dann keiner mehr irgend ein Paket
> > unterjubeln kann? Weil die Pakete "digitally signed" sind?
>
> Gegenfrage: Wer bestimmt denn, welche Pakete digitally signed sind?
> Und mal ganz ehrlich: Ich sehe die persönliche Freiheit unter Linux,
> mir meine Sachen selbst aussichen zu können mehr als die Sicherheit,
> die mir von jemanden mir Unbekannten untergeschoben wird.
[...]
> Versteht mich nicht falsch - ich will hier garantiert nicht
> rumstänkern.

Genau so liest sich Deine Mail aber - auch wenn es anscheinend nicht
Deine Absicht war.

> Nur ist es mir wichtig, zum Nachdenken anzuregen, was
> diesen Punkt betrifft.

Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn Du Dich zuerst mal
informierst, über was Du eigentlich redest ;-)

Na gut, Du bekommst gleich mal etwas Futter *g*


Hier ein Kurzüberblick über signierte Installationsquellen - ich hoffe,
dass es einigermaßen vollständig und richtig ist ;-)


### Was wird signiert?

Signiert werden die "Metadaten" der Installationsquelle - also
beispielsweise die Dateiliste mit allen Paketen.

Die Installationsmedien enthalten die vertrauenswürdigen Keys in der
initrd - wenn man also die erste CD verifiziert hat, kann man dem Rest
der Installation automatisch vertrauen.

Außerdem ist jedes einzelne RPM-Paket mit GPG signiert - das ist
allerdings nicht neu, sondern schon seit Jahren so.


### Wer kann signieren?

Jeder, der einen GPG-Key hat. (Wer keinen hat, kann sich jederzeit einen
erstellen.)

Bei SUSE-Installationsquellen signiert natürlich SUSE ;-)

Eigene Installationsquellen kann man mit ein paar Befehlen selbst
signieren (siehe Links am Ende der Mail).


### Wie wird ein Key "trusted"?

Indem man ihn in die RPM-Datenbank importiert (rpm --import).
(Der SUSE-Key ist aus naheliegenden Gründen bereits eingetragen.)

Will man eine Installationsquelle bereits während der Installation
verwenden, muss der Key in der initrd des Bootmediums sein.


### Weitere Infos

- http://en.opensuse.org/Secure_Installation_Sources
- https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=166011
- Programmcode von makeSUSEdvd
- Mailinglisten-Archive von opensuse und opensuse-factory


### Fazit

Die einzigen, die in ihrer Freiheit beschnitten werden, sind Angreifer,
die Dir falsche Pakete unterjubeln wollen ;-)

AFAIK kannst Du auch weiterhin unsignierte Pakete und
Installationsquellen verwenden - allerdings ohne die oben erwähnten
Vorteile bezüglich Sicherheit.


Na, bist Du immer noch gegen signierte Installationsquellen?


Gruß

Christian Boltz
--
> Ein Massenprovider hat nun mal jede Menge Kunden, und 10% Idioten
> sind halt immer dabei.
Die stoeren mich gar nicht. Die 75 % Vollidioten schon eher.
[Roman Niederdrenk und Hans Bonfigt in doc]

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