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Re: Daten aus einer kaputten Linux-Kiste kriegen
  • From: Arno Lehmann <al@xxxxxxxxxxxxxx>
  • Date: Thu, 10 Nov 2005 21:11:01 +0100
  • Message-id: <4373A955.6070204@xxxxxxxxxxxxxx>
Hallo,

On 09.11.2005 19:03, Horst Jäger wrote:

Zunächst mal und ganz vorne weg: lieber Andre, Arno, Dietrich, Dirk, Joerg, Sandy: DANKE!

Die Daten sind gerettet!

Den Typ, der das Backup hätte machen sollen, schnauz ich übrigens lieber nicht an - der hat schon genug gelitten (ich bins selbst) :)

Tststs... :-)

Na ja, das tut zwar weh, aber für sowas gibt's ja einen Fachbegriff: Lernen ;-)

Jetzt ist "nur noch" die Kiste kaputt. Da hätte ich noch ein paar Fragen, teilwiese zu Antworten zu schon gestellten Fragen:

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F: Heute morgen fand ich einen Hinweis auf neue Mail in /var/mail/root . Da stand viele Male hintereinander:

>> Cannot append data to file /var/log/sa/sa.2005_11_03: the number of processors has changed

Hä???? Die Anzahl der P r o z e s s o re n hat sich geändert???

Hast Du die Platte mal von einem rechner in einen anderen gebaut, oder in einem Mehrprozessorsystem (oder Hyperthreading - einige P4 CPUs) von SMP auf non-SMP-Kernel oder zurück gewechselt?

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F: Gibts einen Befehl, mit dem man sich anzeigen lassen kann, welches Dateisystem auf einem Device ist?

A: Bei Festplatten ist es fdisk.

F: Da fdisk die Platten formatiert, trau ich mich nicht damit rumzuspielen - hinterher geht ungewollt das Formatieren los.

"fdisk" ohne Parameter sagt mir:

>> wittgenstein:~ # fdisk
>>
>> Usage: fdisk [-l] [-b SSZ] [-u] device
>> E.g.: fdisk /dev/hda (for the first IDE disk)
>> or: fdisk /dev/sdc (for the third SCSI disk)
>> or: fdisk /dev/eda (for the first PS/2 ESDI drive)
>> or: fdisk /dev/rd/c0d0 or: fdisk /dev/ida/c0d0 (for RAID devices)

, also nur Beispiele, nicht die "real existierenden" Devices.Und "man fdisk":

>> fdisk [-u] [-b sectorsize] [-C cyls] [-H heads] [-S sects]
>> device
>>
>> fdisk -l [-u] [device ...]
>>
>> fdisk -s partition ...
>>
>> fdisk -v


, also auch nichts, woraus hervorgeht, ob die Kiste gleich anfängt, irgendwas kaputt zu formatieren.

fdisk formatiert nicht, fdisk partitioniert nur. Im Normalfall ohne gleich die Platte zu zersäbeln. in der man-Page sollte auch ein Hinweis sein dass fdisk -l /dev/xxxx die Partitionstabelle ausgibt.

Das hilft Dir aber nichts, denn darin steht nicht das tatsächliche benutzte Dateisystem. Bei Fat und NTFS stimmt die Auskunft typischerweise, aber Linux-Dateisysteme wie ext2/3, reiser, JFS, XFS, oder andere Unix-Systeme wirst Du damit normalerweise nicht identifizieren können. Die simpelste Methode ist einfach versuchen zu mounten. man mount und dann bei Option -t nachlesen was da zu einer Liste von FS-typen steht :-)

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F: Es könnte sein dass "das BIOS die Platten nicht erkennt"

A: Wenn die Platten direkt am Mainboard angeschlossen sind, sollten sie auch
im BIOS des Rechners erscheinen. Alles andere wäre dann sehr seltsam.

F: Was heisst das denn: "im BIOS des Rechners erscheinen"? Heisst das, beim Hochfahren muss kommen:

Primary Master: Platte Nr1
Primary Slave: Platte Nr2
Secondary Master: Platte Nr3
Secondary Slave: Platte Nr4

Ja.

? Und wenn ja, wie stelle ich das richtig ein?

Heutzutage: Im BIOS-Setup bei allen Festplattentypen Auto einstellen. Früher: lesen, was auf der Platte steht und entsprechende Einstellungen vornehmen.

Und wie kann der Rechner booten, wenn er selbst sagt, er hätte keine Platten?

Er kann über eine andere als die vom BIOS des Rechners selber verwaltete Platte starten, von CD, DVD, Netzwerk, USB-Stick... die erste Möglichkeit ist am wahrscheinlichsten. Oder: Das BIOS lügt.

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F: Es könnte sein dass "das BIOS die Platten nicht erkennt"

A: Was sind das denn jetzt genau für Komponenten?

F: Wie kann ich das sehen? Kann man das was beim booten hochscrollt, irgendwie nachher noch lesen? Bild-hoch- und -runter-Taste funktioniert nicht: da kommt "^[[5" bzw. "^[[6"

Tja. Definitiv wissen kannst Du das nur indem Du die Sachen anschaust und Typbezeichnungen findest. Bei Markenpcs reicht oft ein Blick ins Handbuch. Bei ordentlichen PCs aus Einzelkomponenten steht's auf der Rechnung.

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F: Es könnte sein dass "das BIOS die Platten nicht erkennt"

A: Entwender ... Mainboard defekt , Netzteil macht schlappt, ... CPU oder RAM. Die andere, noch wahrscheinlichere Variante ist, dass deine Festplatten den "sterbenden Schwan" tanzen und immer mehr defekte Sektoren sich
ansammeln, bis schließlich nichts mehr zu retten ist.

F: D. h. : Irgendwas ist kaputt. Jetzt wär es natülich sehr kostspieleig, eine Komponente nach der anderen auszutauschen. Intuitiv würde ich jetzt mit der Platte anfangen, auch weil du das für die wahrscheinlichste Variante erklärt hast. Und weil die ja bem Hochfahren nicht gefunden werden. Dazu müsste ich jetzt Linux komplett neu auf die neue Platte installieren oder die alte Platte klonen. Was wäre leichter?

Garantie oder Gewährleistung? Dann zum Verkäufer.
Sonst: Werkstatt, Laden, Dienstleister Deines Vertrauens.
Ansonsten brauchst Du Zeit, eine Sammlung von Teilen bzw. andere Rechner, und solltest Wissen was Du tust. Da Du hier fragst würde ich davon abraten :-)

Ansonsten würde es sich anbieten die alte Platte einmal in einen anderen Rechner einzubauen. Geht das nicht, eine andere Platte in den alten Rechner. Wenn das nix bring bezahl jemanden.

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F: Suse 10 ist ja raus. Ist das empfehlenswert, falls ich mich zu einer komplett-neu-Installation enschliesse?

Deine Entscheidung. Einige schimpfen drauf, andere sind begeistert. Ich vermute dass es auch funktioniert. Ob es auf Deinem Rechner für Deine Ansprüche passt kann ich nicht beurteilen.

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Danke noch mal, ihr habt mir gewaltig geholfen!!!

Gern geschehen.


Arno

Horst









--
IT-Service Lehmann al@xxxxxxxxxxxxxx
Arno Lehmann http://www.its-lehmann.de

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