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Re: Beschwerdesammlung - was: Das wars wohl
- From: Wolfgang Hinsch <suse-listen@xxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Wed, 27 Apr 2005 12:59:31 +0200
- Message-id: <200504271259.31301.suse-listen@xxxxxxxxxxxxxx>
Hallo,
Am Mittwoch, 27. April 2005 10:37 schrieb Alexander
Beck-Ratzka:
> Können wir das ändern? Ich meine ja. Wer denn nicht,
> außer uns SuSE-Kunden kann es denn sonst? Wir benutzen
Ich fürchte, dass "wir SuSE-Kunden" der SuSE-GL herzlich
egal sind. Für die zählen nur die Verkaufszahlen der
Enterprise-Serien. Dass viele, die auf Kaufentscheidungen
maßgeblichen Einfluss haben, durch diese Politik verprellt
werden und SuSE dann nicht empfehlen, hat sich bei diesen
Leuten noch nicht rumgesprochen. Red Hat hat da inzwischen
Erfahrungen gemacht, aber bis zu SuSE ist das noch nicht
durchgedrungen.
Was mich persönlich an SuSE am meisten stört, ist:
1. Beta-Schrott wird nur der Optik wegen auf DVD gebrannt
und verdirbt den Ruf von Linux. Linux ist nicht cool, weil
hier alles bunter blinkt, sondern weil es schneller,
einfacher und offener zu installieren, bedienen, warten und
benutzen ist als die Konkurenz.
Ich habe gerade jemandem, der nur Windows kannte, ein paar
Sachen in der etc gezeigt. Das war viel durchschlagender
als irgendeine tolle OOo-Version.
2. Auf Anfragen im Installations-Support kommt nahezu immer
eine Standard-Formatantwort "nicht im Inst-Support
enthalten". Dann darf man auf der Packung mit diesem tollen
Support auch nicht werben, sondern sollte ganz klar
schreiben, dass hier wirklich nur in ganz außergewöhnlichen
Fällen rudimentäre Anfängerhilfe geleistet werden könnte.
3. Der "Service" mit der 190er Nummer sollte eingestellt
werden. Das schadet niemandem, und die Leute im Callcenter
können wieder das machen, was sie wirklich können.
4. Extrem mangelhafte Community-Arbeit. Linux lebt von der
Gemeinschaft. Von SuSE sollte mehr feedback kommen.
Vorstellbar wäre z.B. ein technischer Newsletter o.ä., der
erkannte und gelöste Probleme zusammenfasst. Etwa analog zu
SuSE-Security, aber etwas breiter gefasst und in der AFAIK
auch in Oberfranken üblichen Sprache... Wichtig ist, dass
keiner der SuSE-Werbefuzzis Zugriff darauf hat, sonst kann
man das gleich lassen.
4.a. Mir ist bekannt, das SuSE einige Linux-Projekte fördert
und dort auch gute Arbeit leistet. Aber das findet im
High-End-Bereich im Elfenbeinturm statt. Was fehlt, ist die
"Breitensport-Förderung", denn erst der Breitensport
ermöglicht den Spitzensport.
5. Es gibt eine feedback (IIRC) -Adresse bei SuSE. Was man
dahin mailt, kann man auch in den Ausguss oder
Müllschlucker mailen, die (sichtbare) Wirkung ist die
gleiche. Das ist im Sinne von Produktwerbung und
Kundenbindung milde ausgedrückt absoluter Schwachsinn! Für
ein Unternehmen gibt es nichts Wichtigeres, als Kunden, die
auf Fehler aufmerksam machen. Falls Mails an diese Adresse
tatsächlich in den Reisswolf gehen sollten - Adresse
abschalten. Werden sie aber doch gelesen - warum wird der
Benutzer nicht einfach mit seiner Mail-Adresse in die
Datenbank übernommen, in der dann der Inhalt der Mail wg.
Bearbeitung sowieso landen sollte. Alle 6 Wochen eine Mail,
etwa "Vielen Dank für Ihre Reaktion, wir haben diesen
Vorfall jetzt mit Nr 47124811 zur Weiterleitung an unsere
Experten auf dem aktuell 23445. Platz und rechnen mit einer
Bearbeitung in ca 20 Jahren zur Version 104.1". Der Eintrag
in der DB muss sowieso erfolgen, einen Status muss er auch
haben, ein paar Mailadressen dazu sind nicht tragisch, und
das ganze alle 6 Wochen an den Kunden - und wenn der Fehler
irgendwann gefixt wurde, das Kunden-feeling "das habe ICH
gefunden".
6. Einige SuSE-Mitarbeiter sind sporadisch auf der Liste
bzw. geben sich zu erkennen. Offiziell heisst es immer, die
Liste würde von SuSE zwar gehostet, aber sonst nicht weiter
beachtet. Wenn ich mir die Kundenpolitik ansehe, möchte ich
das beinahe glauben. Hier würde ich an Stelle von SuSE
einhaken und erklären, nach welchen Kriterien hier
ausgewertet wird, das man sich kümmert ... Das ist viel
wirkungsvoller als OOo 2.0 auf der Packung, und in der
Office-Liste kennt die niemand. Schon klar, das SuSE hier
keine Support-Liste draus machen kann. Ist auch ok so. Aber
ruhig ab und zu mal was inoffizielles. Der Kunde will
beachtet werden.
7. Mal was positives: Immerhin kümmert sich SuSE um den
technischen Betrieb der Liste, und sie läuft in der Regel
störungsfrei.
8. Dickes Lob an die SuSE-Mitarbeiter, die hier ab und zu,
bzw in der ISDN-Liste sehr regelmäßig auftreten. Ich
vermute, dass sie dafür noch Freizeit opfern. Sie werden
insbesondere auf dieser Liste von manchen attackiert und
müssen dann noch die SuSE-Politik vertreten, obwohl das
nicht ihre Meinung sein muss. Womit nicht gesagt ist, dass
SuSE in jedem Fall Unrecht hat. Manches Problem klemmt
wirklich zwischen Tastatur und Rückenlehne.
> SuSE Linux jeden Tag, wir machen ein Update auf ein neues
> Release, und wir stolpern zunehmend auf nicht mehr ganz
> so schöne Probleme. Wir sollten mal versuchen, unsere
> Problembeschreibungen zu bündeln, und diese an SuSE
> schicken, und zwar nicht an den Support oder einen uns
> bekannten Entwickler, sondern an die Chefetage. Ich
Da ist einiges im Argen. Das glaube ich auch. Aber gerade
deshalb wird das alles im "feedback-Schlucker"
verschwinden.
> glaube nämlich, dass die nie in diese Liste schauen, und
Mit Sicherheit nicht.
> die Entwickler sind wahrscheinlich ja schon eh auf
> unserer Seite.
>
> Wäre so was möglich? Ich würde mich als
> "Beschwerdesammler" anbieten.
Kannst es ja mal versuchen. Soll ich mein Listenarchiv
mailen? ;-)
Mein Fazit:
Service kostet Geld, klar. Und für den Preis der DVD, die
noch dazu kopiert werden darf, kann man keinen 24x7-Service
erwarten, auch klar. Aber mit wenig Aufwand, etwas
Einfühlungsvermögen und geschickterem Auftreten wären
Wunder möglich. Vielleicht 2 Mann aus der Werbeabteilung
umschulen? Dann wäre das nicht nur kostenneutral, sondern
sogar für SuSE ein echter Gewinn.
Zu Linux kommen die meisten, Firmen wie Privatleute, aus
Verärgerung über ein anderes System. Das könnte auch SuSE
passieren.
Einen schönen Tag
Wolfgang
ps.
Obertraurig die SuSE-Cebit-Auftritte. DAS soll ein Stand
sein??
Leute - ihr gehört zumindestens mit einem Firmenschild in
den Linux-Park, und auf eurem Stand hätte ich eine extra
Spielecke (z.B.).
pps.
Viel zu langer Beitrag.
Am Mittwoch, 27. April 2005 10:37 schrieb Alexander
Beck-Ratzka:
> Können wir das ändern? Ich meine ja. Wer denn nicht,
> außer uns SuSE-Kunden kann es denn sonst? Wir benutzen
Ich fürchte, dass "wir SuSE-Kunden" der SuSE-GL herzlich
egal sind. Für die zählen nur die Verkaufszahlen der
Enterprise-Serien. Dass viele, die auf Kaufentscheidungen
maßgeblichen Einfluss haben, durch diese Politik verprellt
werden und SuSE dann nicht empfehlen, hat sich bei diesen
Leuten noch nicht rumgesprochen. Red Hat hat da inzwischen
Erfahrungen gemacht, aber bis zu SuSE ist das noch nicht
durchgedrungen.
Was mich persönlich an SuSE am meisten stört, ist:
1. Beta-Schrott wird nur der Optik wegen auf DVD gebrannt
und verdirbt den Ruf von Linux. Linux ist nicht cool, weil
hier alles bunter blinkt, sondern weil es schneller,
einfacher und offener zu installieren, bedienen, warten und
benutzen ist als die Konkurenz.
Ich habe gerade jemandem, der nur Windows kannte, ein paar
Sachen in der etc gezeigt. Das war viel durchschlagender
als irgendeine tolle OOo-Version.
2. Auf Anfragen im Installations-Support kommt nahezu immer
eine Standard-Formatantwort "nicht im Inst-Support
enthalten". Dann darf man auf der Packung mit diesem tollen
Support auch nicht werben, sondern sollte ganz klar
schreiben, dass hier wirklich nur in ganz außergewöhnlichen
Fällen rudimentäre Anfängerhilfe geleistet werden könnte.
3. Der "Service" mit der 190er Nummer sollte eingestellt
werden. Das schadet niemandem, und die Leute im Callcenter
können wieder das machen, was sie wirklich können.
4. Extrem mangelhafte Community-Arbeit. Linux lebt von der
Gemeinschaft. Von SuSE sollte mehr feedback kommen.
Vorstellbar wäre z.B. ein technischer Newsletter o.ä., der
erkannte und gelöste Probleme zusammenfasst. Etwa analog zu
SuSE-Security, aber etwas breiter gefasst und in der AFAIK
auch in Oberfranken üblichen Sprache... Wichtig ist, dass
keiner der SuSE-Werbefuzzis Zugriff darauf hat, sonst kann
man das gleich lassen.
4.a. Mir ist bekannt, das SuSE einige Linux-Projekte fördert
und dort auch gute Arbeit leistet. Aber das findet im
High-End-Bereich im Elfenbeinturm statt. Was fehlt, ist die
"Breitensport-Förderung", denn erst der Breitensport
ermöglicht den Spitzensport.
5. Es gibt eine feedback (IIRC) -Adresse bei SuSE. Was man
dahin mailt, kann man auch in den Ausguss oder
Müllschlucker mailen, die (sichtbare) Wirkung ist die
gleiche. Das ist im Sinne von Produktwerbung und
Kundenbindung milde ausgedrückt absoluter Schwachsinn! Für
ein Unternehmen gibt es nichts Wichtigeres, als Kunden, die
auf Fehler aufmerksam machen. Falls Mails an diese Adresse
tatsächlich in den Reisswolf gehen sollten - Adresse
abschalten. Werden sie aber doch gelesen - warum wird der
Benutzer nicht einfach mit seiner Mail-Adresse in die
Datenbank übernommen, in der dann der Inhalt der Mail wg.
Bearbeitung sowieso landen sollte. Alle 6 Wochen eine Mail,
etwa "Vielen Dank für Ihre Reaktion, wir haben diesen
Vorfall jetzt mit Nr 47124811 zur Weiterleitung an unsere
Experten auf dem aktuell 23445. Platz und rechnen mit einer
Bearbeitung in ca 20 Jahren zur Version 104.1". Der Eintrag
in der DB muss sowieso erfolgen, einen Status muss er auch
haben, ein paar Mailadressen dazu sind nicht tragisch, und
das ganze alle 6 Wochen an den Kunden - und wenn der Fehler
irgendwann gefixt wurde, das Kunden-feeling "das habe ICH
gefunden".
6. Einige SuSE-Mitarbeiter sind sporadisch auf der Liste
bzw. geben sich zu erkennen. Offiziell heisst es immer, die
Liste würde von SuSE zwar gehostet, aber sonst nicht weiter
beachtet. Wenn ich mir die Kundenpolitik ansehe, möchte ich
das beinahe glauben. Hier würde ich an Stelle von SuSE
einhaken und erklären, nach welchen Kriterien hier
ausgewertet wird, das man sich kümmert ... Das ist viel
wirkungsvoller als OOo 2.0 auf der Packung, und in der
Office-Liste kennt die niemand. Schon klar, das SuSE hier
keine Support-Liste draus machen kann. Ist auch ok so. Aber
ruhig ab und zu mal was inoffizielles. Der Kunde will
beachtet werden.
7. Mal was positives: Immerhin kümmert sich SuSE um den
technischen Betrieb der Liste, und sie läuft in der Regel
störungsfrei.
8. Dickes Lob an die SuSE-Mitarbeiter, die hier ab und zu,
bzw in der ISDN-Liste sehr regelmäßig auftreten. Ich
vermute, dass sie dafür noch Freizeit opfern. Sie werden
insbesondere auf dieser Liste von manchen attackiert und
müssen dann noch die SuSE-Politik vertreten, obwohl das
nicht ihre Meinung sein muss. Womit nicht gesagt ist, dass
SuSE in jedem Fall Unrecht hat. Manches Problem klemmt
wirklich zwischen Tastatur und Rückenlehne.
> SuSE Linux jeden Tag, wir machen ein Update auf ein neues
> Release, und wir stolpern zunehmend auf nicht mehr ganz
> so schöne Probleme. Wir sollten mal versuchen, unsere
> Problembeschreibungen zu bündeln, und diese an SuSE
> schicken, und zwar nicht an den Support oder einen uns
> bekannten Entwickler, sondern an die Chefetage. Ich
Da ist einiges im Argen. Das glaube ich auch. Aber gerade
deshalb wird das alles im "feedback-Schlucker"
verschwinden.
> glaube nämlich, dass die nie in diese Liste schauen, und
Mit Sicherheit nicht.
> die Entwickler sind wahrscheinlich ja schon eh auf
> unserer Seite.
>
> Wäre so was möglich? Ich würde mich als
> "Beschwerdesammler" anbieten.
Kannst es ja mal versuchen. Soll ich mein Listenarchiv
mailen? ;-)
Mein Fazit:
Service kostet Geld, klar. Und für den Preis der DVD, die
noch dazu kopiert werden darf, kann man keinen 24x7-Service
erwarten, auch klar. Aber mit wenig Aufwand, etwas
Einfühlungsvermögen und geschickterem Auftreten wären
Wunder möglich. Vielleicht 2 Mann aus der Werbeabteilung
umschulen? Dann wäre das nicht nur kostenneutral, sondern
sogar für SuSE ein echter Gewinn.
Zu Linux kommen die meisten, Firmen wie Privatleute, aus
Verärgerung über ein anderes System. Das könnte auch SuSE
passieren.
Einen schönen Tag
Wolfgang
ps.
Obertraurig die SuSE-Cebit-Auftritte. DAS soll ein Stand
sein??
Leute - ihr gehört zumindestens mit einem Firmenschild in
den Linux-Park, und auf eurem Stand hätte ich eine extra
Spielecke (z.B.).
pps.
Viel zu langer Beitrag.
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