Mailinglist Archive: opensuse-de (3513 mails)

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Re: Heute schon www.suse.de besucht und gestaunt?
  • From: "Dieter Kluenter" <dieter@xxxxxxxxxxxx>
  • Date: Mon, 13 Dec 2004 23:29:32 +0100
  • Message-id: <m34qip25o3.fsf@xxxxxxxxxxxx>
Joerg Rossdeutscher <ratti@xxxxxxxxxxx> writes:

Am Montag, den 13.12.2004, 11:14 +0100 schrieb Harald Huthmann:
Am Montag, 13. Dezember 2004 08:07 schrieb Joerg Rossdeutscher:
[...]

Da ist kein Unterschied. Also wenn Du schon Debian
propagierst, dann lasse dir doch mal ein paar wirkliche
Argumente dafür einfallen. (Die wird es sicher geben)

Ich propagiere kein Debian in Konkurrenz zu Suse/Novell. Soweit kommt's
noch, daß die OpenSourcler sich untereinander die Köppe einhauen...

Ich kann nur sagen, warum ich auf Debian abfahre: Es läuft und läuft und
läuft. Was ich /deutlich/ /weniger/ habe, seit ich umgestiegen bin, ist
sowas:
"Seit dem letzen Kernelupdate läuft $geraet nicht mehr." Unter Debian
wird einfach deutlich weniger am Upstream rumgeschraubt, und die
Komplexität ist deutlich geringer. Suses Strategie ist eben, daß es
jeder installieren und warten können muß, ohne es zu verstehen. Ich
finde, darunter leidet die Qualität - oder sagen wir besser: Das
Handling.

"Ich kann die aktuelle Version von $paket wegen eines Bugs nicht nutzen,
aber $paketmanager spielt mir immer das Update auf." Ich weiss, daß es
apt für rpm gibt, aber so richtig ausgespielt werden die Features nur
auf einer Distri, die komplett drauf aufsetzt.

"Ich konfiguriere BLAH, aber $tool konfiguriert ungefragt um auf BLUBB".
rm `which suseconfig` - und zwar aus Prinzip, s.o.

Mein Eindruck:
Debian ist recht spröde, aber ich bin der Fahrer.


Irgendwann habe ich festgestellt, daß ich unter Suse dieses und jenes
abschalte. Daß ich deren Kernel nicht will. Daß ich rpm lieber direkt
verwende als yast2 sw_single. Daß mir suseconfig mehr im Weg ist als es
hilft... und als ich alles deaktiviert hatte, was mich störte, hatte ich
eigentlich kein Suse mehr. Da kam dann der Gedanke: Wieso kaufst du das
eigentlich, wenn du anschliessend die Installation "entsusifizierst"? An
dem Punkt habe ich mir was anderes gesucht, und dabei einen großen Bogen
um Mandrake und RedHat gemacht, weil auch die "das Prinzip Suse"
verfolgen.

Mein persönlicher Gedanke dazu:
Es gibt zwei große OSse, die das Prinzip verfolgen, der Rechner sollte
möglichst viel selbst entscheiden: Windows und Mac OS X. Beide machen
das eigentlich nicht schlecht. Ich halte aber das Prinzip für "nicht
funktionierbar". Je mehr Linux-Distris diesem Prinzip folgen, um so mehr
haben sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie diese beiden
Systeme: Falsche Entscheidungen der Rechnerlogik, mangelhafte
Interventionsmöglichkeit durch den Kundigen und eine ganz enorme
Komplexität, nach dem Motto: Wenn dein Windows während(!) der
deinstallation einer Hardwarekomponente abschmiert, kannst du das System
wegschmeissen: Es steht noch viel Kram halb in der Registry drin, und
die andere Hälfte ist schon draussen. Linux läuft deswegen so solide,
weil $Fachmann das System Stück für Stück manuell konfiguriert oder
zumindestens noch die Mechanismen durchblickt. Wenn ich mir ein System
installiere, welches dieses oder jenes oder welches "für mich" tut
(gegen mich?), dann kann ich gleich Windows nehmen. Das fährt sich so
gut, wie ein elektronischer Chauffeur das eben kann: Nämlich bis die
Elektronik ein Dixi-Klo mit 'ner Garage verwechselt: Eckig und die Tür
war offen.

Händeklatsch, Beifall, Juhu!
Dem kann ich weitgehend zustimmen, Jetzt kommt das große ABER, die
Debian Pakete sind häufig total veraltet, Debian weigert sich, etliche
Pakete, wie z.B. openSSL, anzubieten, statt dessen gibt es dann das
kranke gnuTLS, aber dies sind politische Meinungen der Maintainer,
darüber wollen wir nicht streiten.
Was wir WIRKLICH wollen, sind die alten Tage der SUSE-5.x bis 7.3, als
es nocht das simple Yast als reines Installationstool, ohne weiteren
Schnickschnack, gab, SuSEConfig nur auf ausdrücklichen Wunsch aktiv
wurde. Was wir BRAUCHEN, sind aktuelle Pakete ohne unsinnige
Abhängigkeiten, die auch ohne Konflikte installiert werden.Diese
Pakete können durchaus RPM's sein, damit habe ich keine
Bauchschmerzen, aber warum muß BIND-9 unbedingt abhängig sein von
gdbm, wenn BIND sein eigenes Database-System hat, kann ich nicht mehr
nachvollziehen. Da gibt es noch viele weitere Beispiele, die dazu
führten, daß ich ich häufig Pakete ohne .spec file mittels
checkinstall erzeuge.
Da ich mit der mehr als konservativen Einstellung und dem
Pseudosektierertum von Debian nicht einverstanden bin, bleibe ich halt
bei meiner SuSE-7.3 und meinen manuellen Updates. (wenigstens auf
meinem Lieblingsrechner).

-Dieter
--
Dieter Klünter | Systemberatung
http://www.dkluenter.de
GPG Key ID:01443B53


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