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Re: PPD Dateien
  • From: Michael Grundmann <michael@xxxxxxxxxxx>
  • Date: Wed, 3 Mar 2004 06:46:07 +0100
  • Message-id: <111AB252-6CD6-11D8-84DE-000393ACBFB8@xxxxxxxxxxx>

Am 03.03.2004 um 01:02 schrieb Karl Sinn:

Hallo Karl,

Kann man die beliebig austauschen?


Wenn du 'so' fragst nein ...

In meinem Falls wäre das die Datei von Turboprint nehmen, und an die Stelle
der von SuSE installierten setzen.

Geht das?

Das geht natürlich :) - solange die ppd für deinen Drucker bestimmt ist, geht das.

Die anzuwendenden Regeln werden einerseits aus den Regeldefinitionen (Dateien, die auf ».convs« enden und in /etc/cups/ liegen) hergeleitet und andererseits aus den Definitionen in der PPD (siehe nächster Punkt)

Angenommen das Ausgangsformat ist PDF und soll auf einem HP LaserJet 4 Plus ausgegeben werden, der kein PostScript spricht.

Wird dieser Drucker mit einer »Standard-PPD« konfiguriert, dann nehmen CUPS und Printing Manager an, daß das Zielformat PostScript sein soll. Es erfolgt also ein Lookup in den ».convs«-Dateien innerhalb /etc/cups/ nach der Regel zur Konvertierung von PDF nach PS, die die höchste Priorität hat. Im Normalfall wird diese so aussehen, daß nur der cgpdftops Filter (aus der von Apple beigesteuerten apple.convs Datei) das Rennen macht.

Wird dagegen eine PPD verwendet, die als letzten CUPS-Filter bspw. »rastertohp« erfordert, so steht fest, daß ein Zwischenformat verwendet werden muß. Es hat in diesem Fall eine Konvertierung von PDF in das CUPS-Rasterformat zu erfolgen (dazu wird in diesem Fall anhand der Regeln in den *.convs Dateien »cgpdftoraster« auserkoren), welches dann in einem zweiten Schritt vom »rastertohp« Filter in PCL umgewandelt wird.

Noch etwas komplizierter wird es mit Gimp-Print. Hier kommt nun analog der »cgpdftoraster« Filter zum Einsatz aber das CUPS-Rasterformat wird diesmal nicht direkt von einem Filter in eine Druckersprache übersetzt, sondern durch den »rastertoprinter«-Filter in ein Format übersetzt, mit dem Gimp-Print etwas anfangen kann. Die Umwandlung in die eigentliche Druckersprache geschieht dann noch eine Stufe später mittels des entsprechenden Gimp-Print Moduls bzw. »Treibers«.

Welche Rolle spielen dabei die PPDs, die Verwendung finden? Eine ganz und gar elementare, denn sie bestimmen letzten Endes, welchen Weg die einkommenden Druckdaten durch den durchaus komplexen Filterapparat nehmen werden, also mithin auch, ob am Ende etwas herauskommt, mit dem der Drucker irgendwas anfangen kann)

Eine Zeile im Header der PPD, die mit »*cupsFilter:« startet, bestimmt welches der letzte Filter in der »CUPS Filter Chain« sein soll und hat damit unmittelbar Einfluß auf die Druckersprache, mit der der Drucker letzten Endes angesprochen werden soll (eine Epson-PPD für einen HP- Drucker führt dazu, daß ESC/P2 anstatt PCL beim Drucker landen)

Im Fall von Gimp-Print werden in der PPD noch weitere Informationen kodiert, damit in Gimp-Print der richtige Treiber die Druckdaten aufbereitet (bspw. »*cupsModelNumber:«



Gruß
Michael
--
Allergien sind wenn ich mich recht erinnere Immunsystemteile welche
individuelle Karrieren anstreben. Dies kann man durch geeignete
Konditionierung in jungen Jahren wohl stark beeinflussen.
-- Dietz Proepper in dasr


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