Mailinglist Archive: opensuse-de (4172 mails)

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Re: OT: DRM
  • From: Joerg Rossdeutscher <ratti@xxxxxxxxxxx>
  • Date: Thu, 04 Dec 2003 12:33:18 +0100
  • Message-id: <1070537598.766.190.camel@xxxxxxxxxxx>
Moin,

Am Do, den 04.12.2003 schrieb Mathias Homann um 10:57:
> Am Donnerstag, 4. Dezember 2003 09:24 schrieb Joerg Rossdeutscher:
>
> > > ... diese Kopie ist Schrott, abgefilmt von der Leinwand verwackelt und
> > > mit bescheidenem Ton versehen...
> >
> > Unerheblich - ob das Ding nun wackelt oder nicht, es gibt /sehr/ viele
> > Menschen, die sich das verwackelte Ding für Lau angucken, statt im Kino
> > ihre 10 EUR zu zahlen. Was sie getan hätten, gäbe es das Wackelding aus
> > Kazaa nicht.
> > Die 10 EUR gehen den Vermarktern verloren. Das ist m.E. nicht OK.
>
>
> Du machst hier genau die selbe milchmädchenrechnung auf wie die vermarkter.
> Glaubst du wirklich, in einer wirtschaftskrise rennen alle leute, die sich so
> einen film gezogen haben, jede Woche ins kino?

Das ist Quatsch. 100 existierende Schwarzkopien sind nicht der gleiche
finanzielle Schaden wie der Preis für 100 nicht gekaufte CDs. Das hat
überhaupt niemand hier behauptet.

Aber 100 Kopien sind 10 nicht verkaufte Originale. Oder 8. Oder 4. Diese
Einnahme entgeht den Herstellern. Von den verbleibenden 96 Kopien
schädigen 10 den Markt für gebrauchte Software, und die restlichen 86
Kopien schädigen Freeware, Freie Software, Shareware, Public Domain etc.
und damit die auch noch die Vielfalt der Programme und des Marktes.

Willst du's nicht kaufen? Dann benutze es nicht. Lass sie auf ihrem
teuren, geschlossenen Krempel sitzen und unterstütze ein anderes
Projekt. Kleine Künstler machen auch schöne Musik. OpenOffice ist auch
eine schöne OfficeSuite. GIMP kann auch Bilder retuschieren.

Jedes nicht bezahlte Microsoft Office schädigt irgendwen. In den
seltensten Fällen Microsoft. Es schädigt den Typen, der sein Office 98
jetzt nicht mehr verkaufen kann, weil alle lieber eine aktuelle
Schwarzkopie haben. Es schädigt aus dem gleichen Grund das
OpenOffice-Projekt, das weiterhin "bedeutungslos" bleibt und .doc
langsam zum Standard-Textformat für geschäftliche Emails macht.

Dieser Einnahmeverlust zieht sich kaskadierend durch den ganzen Markt -
zum Beispiel gebrauchte Software. Warum fahre ich ein 15 Jahre altes
Auto, aber niemand verwendet noch Photoshop 3? Und wieso haben "alle"
Microsoft Office, und keiner verwendet OpenOffice? Weil die 500 EUR mal
eben aus der Portokasse kommen?


Mir kann keiner erzählen, daß Kopien nicht einen wirtschaftlichen
Schaden verursachen. Allenfalls das Ausmaß wäre diskutabel, aber ich
denke nichtmal, daß das umstritten ist. Man kennt seine Pappenheimer.


Gruß, Ratti

--
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