Mailinglist Archive: opensuse-de (5184 mails)

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Re: Offener Brief: Ich boykottiere SuSE Linux
  • From: Matthias Houdek <linux@xxxxxxxxx>
  • Date: Thu, 30 Oct 2003 19:17:25 +0100
  • Message-id: <200310301917.25857.linux@xxxxxxxxx>
Dieter Franzke am Donnerstag, 30. Oktober 2003 13:04:
> Hallo Helga,

Auch wenn es direkt an Helga ging, es ging ja auch an die Liste. Also geb
ich ach meinen Senf dazu ;-)

> Ich persönlich habe bis jetzt jede SuSE seit der 5.1 erworben.
> Ich habe mich nie registriert, nie den offiziellen
> Installations-Support in Anspruch genommen, aber schon sehr oft die
> Support-Datenbank zur Ader gelassen.
> Sie ist wirklich einmalig.

Nun ja, es ist ja dein Geld. Tu damit, was du nicht lassen kannst. *SCNR*

> Aber diese "Registrierungssucht" auf Seiten der Unternehmen greift
> immer mehr um sich.
>
> Wegen jedem Mist soll man sich registrieren.
> Letztens sollte ich mich registrieren, damit ich mir überhaupt ne
> Site ansehen konnte (hab den link leider nicht mehr).

Ja und, wo ist da das Problem?
Jeder, der eine Webseite veröffentlicht, muss seine Identität offenbaren
(zumindest in D). Ist es da nicht das gute Recht, auch erfahren zu wollen,
wer da meine Informationen im Netz lesen will. Wenn du dich mit jemandem
unterhältst und dich ihm mit deinem Namen vorstellst, erwartest du doch
von dem anderen das Gleiche - oder? Und wenn es dir nicht passt, dann
ignorierst du die Seite ebend. Es ist deine Entscheidung. Nur deine.

> Das finde ich , mit Verlaub gesagt, zum Kotzen.
> Was spricht dagegen, die Suse-Supportdatenbank weiter wie bisher
> anzubieten?

Suse wird es nicht mehr wollen. Reicht das nicht als Grund?

> Die Kosten können es nicht sein, muss ja schliesslich keinen
> Eintritt zahlen.

Doch, indirekt schon. Du outest dich damit als SuSE-User und kannst so
zielgerichtet von SuSE als solcher angesprochen werden.

> Auch Unternehmen wie SuSE leben vom Feedback ihrer Kunden.
> Diesen Zweck erfüllen zum Teil ja auch die Mailinglisten.

Diese Mailingliste wird nicht von SuSE unterhalten. Ich vermute sogar, dass
hier SuSE nicht einmal mitliest (höchstens ein paar MAs von SuSE, aber
dann privat).

> Kleine Anregung:
> Demnächst Online-Updates nur noch für registrierte Kunden oder gegen
> Bares......

Das wird bei GPL-Software schwierig. Beim Service ist das etwas anderes.

> Ökonomisch wäre selbst das logisch, für den Ruf aber wohl eher
> abträglich.
>
> SuSE sollte hier sehr fein abwägen, wohin die Reise gehen soll.
> Man sollte halt seine Wurzeln nicht vergessen...

Ich denke, die Marschrichtungszahl bei SuSE ist ziehmlich eindeutig:
Großunternehmen und Großprojekte auf der einen und Linux-Newbies als
Massenmarkt auf der anderen Seite. Der ambitionierte Linux-User und
Kleinfirmen-Admin hat hier die große Chance, entweder zum Dienstleister
bei einer großen Firma zu wechseln oder sich auf Systempflege und gute
Administration bei SuSE-Personal, -Profesional oder -Office-Usern zu
leisten. Oder er löst sich von SuSE (was Suse nicht sonderlich wehtut,
weil dieses Clientel ohnehin nicht die Masse der Käuferschar sein wird).

Dieser Weg ist das gute Recht von SuSE, und es bleibt davon hoffentlich
auch immer wieder mal was für die Allgemeinheit übrig (wie z.B. ein
endlich stabiles ReiserFS). Die Lücken, die SuSE so im Markt aufreißt,
können von anderen geschlossen werden - und das wird auch passieren.

--
Gruß
MaxX 8-)


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