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Re: Offener Brief: Ich boykottiere SuSE Linux
- From: Andreas Kneib <aporia@xxxxxx>
- Date: Thu, 30 Oct 2003 00:38:15 +0100
- Message-id: <hunk.87k76nr4wo.fsf@xxxxxxxxxxxxxxxxx>
Hallo Martin,
* Martin Röhricht <hallo@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx>:
> On 29.10.2003 02:16 Andreas Kneib wrote:
>> Ich weiss jetzt nicht, was genau Du für Anforderungen an eine
>> Distribution stellst, aber mit der Debian Pappschachtel unter
>> <URL:http://www.ixsoft.de/software/products/LLDC0301BX.html>
>> samt Handbuch und Goodies macht auch einen Anfänger _sehr_ glücklich.
> Nein, nicht unbedingt. Ich habe hier auch meine woody DVD und habe das
> letzte Jahr fast nur mit Debian gearbeitet. Das ist auch alles ganz
> nett, wenn es mal läuft. Apt gefällt mir gut.
> Allerdings hat sich meine Lage geändert, als ich mir ein neues
> Notebook zugelegt habe. X konnte nicht gestartet werden, weil XFree86
> 4.1 von woody meine Grafikkarte noch nicht kannte. Ich hätte mir ja
> gerne einen backport geholt, aber dazu hätte mal meine Netzwerkkarte
> erkannt werden müssen. Wenn man nicht noch ein anderes System am
> laufen hat, wäre man hier nie an ein laufendes X System gekommen.
Okay, das ist ärgerlich. So ärgerlich, dass man den Lüftunksschlitzen im
Rechnergehäuse mal eine Tasse Kaffee spendieren möchte. Aber Trouble mit
Grafik- oder Netzwerkkarte ist aber nicht wirklich ein spezielles
Debian-Problem. Das kann Dir mit jeder Distribution, jedem OS passieren,
und das tut's ja auch häufig genug.
> Dann schau mal auf die Liste Deines Links:
> # KDE 2.2.2
> # GNOME 1.4
> # XFree86 4.1
> # Mozilla 1.0
> # Evolution 1.0.5
> Man müsste hier mal gründlich aktualisieren, was wieder Zeit kostet.
Die entsprechenden Backports sollten sich finden lassen, wenn ein Nutzer
Wert auf ein taufrisches KDE etc. legt. Ich sehe in den verschiedenen
Zweigen unstable, testing, stable mit den entsprechenden Backports sogar
einen Vorteil gegenüber einer Distribution, die mir "nur" das Neue
beschert.
> Meine schlichte Frage ist daher weiterhin: Wieso wird Debian nicht
> häufiger released -- das letzte Release ist nun schon über ein Jahr
> her. Das ist bei netter Software ärgerlich, aber bei fundamentalen
> Dingen wie Kernel oder XFree86 ein Ausschlußkriterium.
> Bei Distris wie SuSE ist eben schon alles dabei.
Über Distris wie SuSE höre ich immer Beschwerden wie "Bah, schon wieder
eine neue Version, bin icke hier der Beta-Tester?! Dett is
Geldschneiderei!", bei Debian tönt dann entsprechend "Dös is' oald,
nicht stable. Loarmoarschge Truppe dös!" Allen kann man's eh nicht recht
machen, außer vielleicht den Mac OS X-lern, aber die sind reich und
weise. ;)
>> Das Debian "viel Zeit und Motivation" erfordert, oder zumindest mehr
>> Zeit und Motivation als sog. "Einsteigerdistributionen", ist ein Mythos.
> Nein, das kannst Du mir beim besten Willen nicht erzählen. Dazu habe
> ich dann doch genug Erfahrung mit verschiedensten Distributionen
> gemacht.
Meine Erfahrung ist, dass die Leute, denen ich Debian mitgebe, am
nächsten Tag Sachen sagen wie "Das war wirklich nicht schwer" oder
"Einfacher, als ich gedacht habe". Und, nein, dass sind keine Geeks,
sondern normale Anwender, die einfach nur weg von Microsoft wollen. Man
sollte den Leuten in seinem Umfeld auch mal etwas zutrauen, was
vielleicht jenseits eines klickbaren Installers liegt. ;)
> Wenn Du Debian schon hundertmal aufgesetzt hast, wirst Du natürlich
> wissen, wie Du sehr schnell zu Deinem gewünschten System kommst. Wenn
> Du aber wenig Zeit und wenig Motivation hast, Dich durch HowTos und
> manpages zu wälzen, dann bist Du mit Debian als Einsteiger nach wie
> vor nicht gut bedient.
Ohne einen Blick in Anleitungen, HOWTOs oder manpages zu werfen, ist der
Einsteiger bei _keiner_ Distribution, bei keinen Betriebssystem gut
bedient. Erst recht nicht, wenn er auf der Suche nach Hilfe, zutiefst
gefrustet und verbiestert, erstmal eine Datenbank mit seiner Adresse
füttern muss (hey, ich hab' die Kurve von Debian zurück zur SDB
gekriegt)
Gruss,
Andreas
--
Last Exit autoexec.bac =>
echo y | format c:
* Martin Röhricht <hallo@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx>:
> On 29.10.2003 02:16 Andreas Kneib wrote:
>> Ich weiss jetzt nicht, was genau Du für Anforderungen an eine
>> Distribution stellst, aber mit der Debian Pappschachtel unter
>> <URL:http://www.ixsoft.de/software/products/LLDC0301BX.html>
>> samt Handbuch und Goodies macht auch einen Anfänger _sehr_ glücklich.
> Nein, nicht unbedingt. Ich habe hier auch meine woody DVD und habe das
> letzte Jahr fast nur mit Debian gearbeitet. Das ist auch alles ganz
> nett, wenn es mal läuft. Apt gefällt mir gut.
> Allerdings hat sich meine Lage geändert, als ich mir ein neues
> Notebook zugelegt habe. X konnte nicht gestartet werden, weil XFree86
> 4.1 von woody meine Grafikkarte noch nicht kannte. Ich hätte mir ja
> gerne einen backport geholt, aber dazu hätte mal meine Netzwerkkarte
> erkannt werden müssen. Wenn man nicht noch ein anderes System am
> laufen hat, wäre man hier nie an ein laufendes X System gekommen.
Okay, das ist ärgerlich. So ärgerlich, dass man den Lüftunksschlitzen im
Rechnergehäuse mal eine Tasse Kaffee spendieren möchte. Aber Trouble mit
Grafik- oder Netzwerkkarte ist aber nicht wirklich ein spezielles
Debian-Problem. Das kann Dir mit jeder Distribution, jedem OS passieren,
und das tut's ja auch häufig genug.
> Dann schau mal auf die Liste Deines Links:
> # KDE 2.2.2
> # GNOME 1.4
> # XFree86 4.1
> # Mozilla 1.0
> # Evolution 1.0.5
> Man müsste hier mal gründlich aktualisieren, was wieder Zeit kostet.
Die entsprechenden Backports sollten sich finden lassen, wenn ein Nutzer
Wert auf ein taufrisches KDE etc. legt. Ich sehe in den verschiedenen
Zweigen unstable, testing, stable mit den entsprechenden Backports sogar
einen Vorteil gegenüber einer Distribution, die mir "nur" das Neue
beschert.
> Meine schlichte Frage ist daher weiterhin: Wieso wird Debian nicht
> häufiger released -- das letzte Release ist nun schon über ein Jahr
> her. Das ist bei netter Software ärgerlich, aber bei fundamentalen
> Dingen wie Kernel oder XFree86 ein Ausschlußkriterium.
> Bei Distris wie SuSE ist eben schon alles dabei.
Über Distris wie SuSE höre ich immer Beschwerden wie "Bah, schon wieder
eine neue Version, bin icke hier der Beta-Tester?! Dett is
Geldschneiderei!", bei Debian tönt dann entsprechend "Dös is' oald,
nicht stable. Loarmoarschge Truppe dös!" Allen kann man's eh nicht recht
machen, außer vielleicht den Mac OS X-lern, aber die sind reich und
weise. ;)
>> Das Debian "viel Zeit und Motivation" erfordert, oder zumindest mehr
>> Zeit und Motivation als sog. "Einsteigerdistributionen", ist ein Mythos.
> Nein, das kannst Du mir beim besten Willen nicht erzählen. Dazu habe
> ich dann doch genug Erfahrung mit verschiedensten Distributionen
> gemacht.
Meine Erfahrung ist, dass die Leute, denen ich Debian mitgebe, am
nächsten Tag Sachen sagen wie "Das war wirklich nicht schwer" oder
"Einfacher, als ich gedacht habe". Und, nein, dass sind keine Geeks,
sondern normale Anwender, die einfach nur weg von Microsoft wollen. Man
sollte den Leuten in seinem Umfeld auch mal etwas zutrauen, was
vielleicht jenseits eines klickbaren Installers liegt. ;)
> Wenn Du Debian schon hundertmal aufgesetzt hast, wirst Du natürlich
> wissen, wie Du sehr schnell zu Deinem gewünschten System kommst. Wenn
> Du aber wenig Zeit und wenig Motivation hast, Dich durch HowTos und
> manpages zu wälzen, dann bist Du mit Debian als Einsteiger nach wie
> vor nicht gut bedient.
Ohne einen Blick in Anleitungen, HOWTOs oder manpages zu werfen, ist der
Einsteiger bei _keiner_ Distribution, bei keinen Betriebssystem gut
bedient. Erst recht nicht, wenn er auf der Suche nach Hilfe, zutiefst
gefrustet und verbiestert, erstmal eine Datenbank mit seiner Adresse
füttern muss (hey, ich hab' die Kurve von Debian zurück zur SDB
gekriegt)
Gruss,
Andreas
--
Last Exit autoexec.bac =>
echo y | format c:
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