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Re: Anleitung für Wine
  • From: Steffen Moser <lists@xxxxxxxxxxxxxxxx>
  • Date: Mon, 1 Apr 2002 12:44:51 +0200
  • Message-id: <20020401104451.GB1838@xxxxxxxxxxxxxxxx>
Hallo Bernd,

* On Sun, Mar 31, 2002 at 10:25 AM (+0000), Bernd Stäglich wrote:

1. Win4Lin - Nachteil: kommt wohl nur mit DOS-basierten Windows-
Versionen (also Win 95/95) zurecht

Den kenne ich jetzt gar nicht. Scheint aber wohl auch in Richtung VMware
zu gehen (vom Ansatz her).

2. VMWare - das ist anscheinend die hundertprozentige Lösung, wenn man
Windows und LINUX vollkommen unter einen Hut bringen will.

So ist es. Hier wird ein Rechner emuliert, in dem Du dann praktisch
jedes Betriebssystem starten kannst. Programme, die keinen direkten
Zugriff auf echte Hardware benötigen, laufen innerhalb des emulierten
Rechners in der Regel problemlos. Schwierigkeiten würde es z.B. geben,
wenn man von der emulierten Maschine aus auf eine ISDN-Karte zwecks
Nutzung für irgendwelche proprietäre DFÜ-Software zugreifen wollte
oder ein Spiel spielen wollte, das gewisse Grafik-Anforderungen hat.

Das Gast-Betriebssystem (also z.B. Windows in allen Varianten, DOS,
Linux, diverse BSDs, Solaris für x86, Novell, usw.) ist mit dem Gast-
geber-Betriebssystem (Linux) über ein virtuelles Netzwerk verbunden,
sodass hier natürlich Datenaustausch erfolgen kann.

Die Gast-Systeme können auf diverse reale Hardware im Gastgeber-Rechner
dann aber schon zugreifen, z.B. auf eine vorhandene Soundkarte oder auf
serielle und parallele Schnittstellen oder (bei aktuellen VMware-
Versionen) auf USB.

Die "Festplatten" des Gastsystems sind auf dem Gastgebersystem normale
(große) Dateien, alternativ ist auch ein Zugriff auf "echte" Partitionen
möglich. Ein Zugriff auf ein reales CD-ROM-Laufwerk (oder auf ISO-Files)
geht natürlich auch.

Leider ist es so sauteuer,

Ja, das ist es. Leider.

3. WINE - ist theoretisch die optimale Lösung.

Aber auf jeden Fall ein ganz anderer Ansatz als 1. und 2. Hier wird
nichts emuliert (wie ja schon der Name sagt). Stattdessen werden bei
WINE Bibliotheken für diverse Systemaufrufe, die es auf Windows-
Systemen gibt, unter Linux "nachgebildet".

Außerdem kostet es anscheinend nichts.

Ja, es ist open-source (steht IIRC unter der LGPL) und v.a. erfordert
es auch keine Windows-Lizenz, die bei der VMware-Lösung ja noch dazu-
kommen würde.

Klappt aber nicht mit allen Windows-basierten Programmen.

Klar, das hängt ganz davon ab, ob die Windows-Programme mit den
Funktionen zurechtkommen, die in den WINE-Bibliotheken implementiert
sind.

Welche Anwendungen funktionieren und welche nicht, kann man am ehesten
mit Hilfe der Application Database unter:

http://appdb.codeweavers.com/

in Erfahrung bringen.

Bei mir klappte es anfangs mal. Als ich Linux aber noch mal
neu installiert hatte, klappte plötzlich gar nichts mehr.

Das ist etwas seltsam. Andererseits schreibst Du ja nicht gerade sehr
detailliert über die Probleme, die Du seit der Neuinstallation hast. ;-)

Ich würde auf jeden Fall mal eine aktuelle WINE-Version einsetzen:

http://www.winehq.com/

Auch kommerzielle "Zweige" von WINE gibt es:

http://www.codeweavers.com/home/

Anonsten gibt es wohl noch mindestens zwei VMware-Alternativen, also
echte Rechner-Emulatoren. Wie gut die an das heranreichen, was VMware
kann, weiß ich nicht. Vermutlich hängt es auch davon ab, welches Gast-
Betriebssystem man laufen lassen möchte:

http://www.plex86.org/
http://bochs.sourceforge.net/

Viele Grüße,
Steffen

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