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Re: SuSE-Strategien (was: Re: SuSE 8.0 ohne YaST1 ? Vorteil ?)
Am Die, 2002-03-19 um 22.53 schrieb Ratti:
Hallo,

Bernd Brodesser:
Trotzdem, was haltet Ihr von einer Minimalinstallation, die auch auf
einem 486 läuft mit 32MB Hauptspeicher und auch X? Ok, das wäre
keine Minimalinstallation. Minimalinstallation müßte auch auf 4MB
Hauptspeicher gut laufen. Meinetwegen 8MB.

Tschuldigung, wenn ich euch jetzt mal in die Diskussion reingrätsche -
aber hier wird es dann langsam absurd.

Ein VIERsechsundachtzig?

Ich weiss - gibt eine prima Firewall ab, oder einen Router, oder beides.
Und dafür gibt es bessere, zielgerichtete OSse als Suse-Linux, nämlich
eine der zahlreichen Disk- oder CD-Systeme.

Aber ein normaler Arbeitsrechner?
Und genau hier liegt der Hase begraben: Es gibt auch noch andere
Anwendungen als Desktops (unter SuSE).

Da muß ich doch jetzt mal dazwischen fragen:

Auf welche Features soll ich oder 95% der Nutzer verzichten, weil Suse
Arbeit, Geld, Zeit in den Support solcher abenteuerlichen Maschinen
stecken soll?
Auf gar keine. Es ist im wesentlichen eine Frage der Flexibilität der
Distri und deren Administrationstools, das OS darunter kann das gleiche
sein.

Kleines Beispiel: Als "Schreibmaschinen-Desktop"-User magst Du
vielleicht KDE/Gnome, SO und weitere Tools haben wollen, nur Apache,
Squid, Datenbank-Daemonen, PHP usw. sollten Dich dann eigentlich nicht
interessieren.

Auf einen Datenbank-, File-, Print-Server u.ä. sieht die Sache genau
umgekehrt aus.

Trotzdem kann es die gleiche Distri sein, die darunter läuft. Sie muss
es nur wollen. Die SuSE-Distri war mal eine derartig unversell
anwendbare Distri, ich kann mir aber den Eindruck nicht verkneifen, dass
sie sich zur reinen Desktop-Distri gewandelt zu haben scheint.

Ressourcen sind numal begrenzt, entweder schraubt man an
der einen Ecke, oder eben an der anderen.
Eben nicht. IMHO, sollten diese Zeiten vorbei sein und deshalb von den
Installationstools der Distris erledigt werden.

Mir ist durchaus klar, daß sich nicht jeder den neuen
zwölfsechsundachtzig kaufen kann. Aber irgendwo muß man mal den Schnitt
machen, zwischen "Durchschnittlicher Konfig", "Seltener Konfig" und,
sorry: "Exot".
Das Problem daran: Die Grenzen verschieben sich. Was gestern noch
Standard war, kann morgen schon Exot sein und umgekehrt.

Je nach Typ kosten 64 MB Ram so zwischen 30-50 Euro (neu!). Muß ja gar
nicht sein. Der Kram verottet (wegen neuer Normen) bei Firmen in den
Schubladen, geht in den Müll, ... Da muß sich doch irgendwo was
abstauben lassen.
Das ist nur ein Punkt, es gibt auch HW, die sich nicht upgraden lässt,
z.B. weil das Mainboard nur einen bestimmten max. Speicherausbau zulässt
(z.B. Tag-RAM-Beschränkungen auf i486/i586) oder aber weil z.B. der
Speicher verlötet ist.

Und die ganz breite Masse der User wäre Suse sicherlich deutlich
dankbarer dafür, wenn sie für die 8.0 an Yast2's absolut gräßlicher
Textmodus-Oberfläche gebastelt haben, als irgendwo noch ein halbes
Megabytchen rauszukitzeln in Zeiten, wo praktisch jeder 192 MB
drinstecken hat.
IMHO, ist das der fundamentale Denkfehler schlechthin und mit ein Grund,
warum Linux als Ersatz von Win überhaupt populär geworden ist:
Es hat eben nicht jeder XXXMB RAM und die finanziellen Mittel da
mithalten zu können.

Und wenn wir mal global denken wollen: User in ärmeren Ländern können da
mit bestem Willen nicht mithalten.

Das ist nunmal der technische Gang der Dinge.
IMHO, ein sehr bedauerlicher - Sieht mir ganz so aus als ob SuSE die
gleichen Fehler wie M$ begehen will.

Ralf




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