Mailinglist Archive: opensuse-de (7486 mails)

< Previous Next >
Re: Und wieder was auf die Schnautze bekommen!
  • From: B.Brodesser@xxxxxxxxxxx (Bernd Brodesser)
  • Date: Sat, 9 Mar 2002 23:36:22 +0100
  • Message-id: <20020309223622.GC3788@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
* Ratti schrieb am 09.Mär.2002:
Thorsten Haude:

Im Kern ist als CTRL-V *nicht* dasselbe wie die mittlere Maustaste.
Darauf kommt man nicht - zumindest wenn man diese Taste nicht zum
funktionieren bekommt und glaubt, daß sei sicherlich nicht so wichtig,
denn es gibt ja auch noch CTRL-V. Böse Falle. ;-)

Ja, das kommt davon, wenn irgendwelche Programmierer versuchen
unbedingt Windowsverhalten auf Linux zu übertragen. Die mittlere
Maustaste ist Originär X und schon recht alt. Aber Netscape z.B
meint, es müsse unter Linux genauso zu bedienen sein wie unter
Windows, und basteln sich was zurecht. KDE macht es genauso, und
auch StarOffice und und und. Jeder bastelt sich was eigenes. Rums,
und schon ist es passiert.

Unter Linux bzw. X war und ist es üblich, daß man mit der mittleren
Maustaste einen Scrollbalken an der Stelle hinbewegen kann wo der
Mauszeiger ist. Also wenn man mit dem Mauszeiger nach ganz oben im
Scrollbalken gebt und dort die mittlere Maustaste drückt, so wird
der Anfang des Dokumentes angezeigt, wenn man am Ende drückt so das
Ende des Dokumentes, und wenn man irgendwo in der Mitte drückt so
wird das Dokument an der Stelle gezeigt, wo der Anzeiger im
Scrollbalen auf dem Mauszeiger zu stehen kommt. Finde ich ungemein
praktisch. Und was ist? Bei KDE 3.0 gibt es das nicht mehr. Gibt es
nicht bei Windows, also wird es auch bei Linux abgeschaft. *GRRRR*

Der Windows-Umsteiger ist es eben so gewohnt, daß alles, was er
irgendwie installiert, im Startmenü auftaucht.

Hilfe, wenn alles was ich installiert habe im Startmenü auftaucht,
dann wäre es schlichtweg nicht zu gebrauchen, da total
unübersichtlich.

Fehler sind nicht unbedingt syntaktischer oder überhaupt technischer
Natur. Offensichtlich, und ganz natürlich, bringt jeder Mensch bei einer
neuen Problemstellung sein altes Wissen mit, sprich:
Er versucht sein Linux so zu bedienen, wie er vorher sein Windows
bedient hat.
Sein neues Auto zu fahren, wie sein altes.
Seine neue Freundin zu nennen wie die alte, und HUPPS, hat man ein
Problem.

Ja, vor allem bei letzterem. Da sieht man es hoffentlich auch ein,
daß es nicht geht. So ist es auch bei Linux. Vielleicht nicht ganz
so krass.

Vielleicht habe ich ja eine soziale Krampfader, aber ich finde, manchmal
muß man einen Neueinsteiger nicht nur technisch versorgen, sondern ihm
einfach mal sagen:
He, so war das bei mir auch.
Es hat mich irre gemacht.
Du kannst das auch schaffen, wie ich.
Ach übrigens: So geht es (blablabla).

Versuche ich ja auch. Nur wenn er den Eindruck macht, er will
vorgelesen bekommen, dann reagiere ich alergisch. Vielleicht liege
ich im Einzelfall falsch, aber ich habe auch schon schlechte
Erfahrung gemacht. Wenn einer eine Frage stellt, dann sage ich ihm
im Allgemeinen, so gut wie ich es kann, was er machen soll, erkläre
ihm auch noch etwas mehr, als er gefragt hat und gebe ich ihm einen
Hinweis auf die manpage. Wenn dann aber als nächste Frage etwas
kommt, was ganz klar aus der manpage hervorgeht, die er
offensichtlich nicht gelesen hat, dann wird es schon kritisch. Wenn
dann auch noch nach Rezepten von ganz konkreten Problemen gefragt
wird, ohne den geringsten Versuch zu verstehen, was da passiert,
dann kann ich nicht mehr.

Bernd

--
Alle meine Signaturen sind rein zufällig und haben nichts mit dem Text oder
dem Schreiber zu tun, dem ich antworte.
Falls irgendwelche Unrichtigkeiten dabei sein sollten, so bedauere ich das. Es
wäre nett, wenn Du mich benachrichtigen würdest. |Zufallssignatur 0

< Previous Next >
This Thread
References