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Re: KDE und Unix-Philosophie
- From: Michael.Gengenbach@xxxxxxxxxxx (Michael Gengenbach)
- Date: Mon, 07 Jan 2002 20:04:33 +0100
- Message-id: <3C39F141.5090809@xxxxxxxxxxx>
Hallo,
das langsame Abdriften von der Unix-Philosophie ist auch
etwas, was mir Sorge bereitet und zwar nicht nur bei KDE
(sondern z.B. auch ganz stark bei Mozilla/Netscape).
Aber was ist nun für mich diese Philosophie? Ein
herausragender Punkt für Unix/Linux war für mich immer,
daß man Dinge automatisch über ein Skript konfigurieren
konnte.
Beispielsweise konnte man 10, 100 oder 1000 Benutzer
einfach aus einer Namensliste generieren lassen
einschließlich der kompletten X11-Oberfläche und aller
Parameter. Man mußte einfach nur ein paar einfache,
meist gut dokumentierte ASCII-Dateien erzeugen und
fertig.
Wie ist das bei KDE? Wenn ich jedem neuen Benutzer eine
komplette Umgebung konfigurieren möchte, dann muß ich
eine ganze Reihe von (meines Wissens) schlecht dokumentierten
Dateien einrichten. Will ich beispielsweise für die
Benutzer ein kmix im Panel starten, dann benötige ich eine
Datei namens kmix:11ac155d01000100487519200000093770010.
Warum ist das nötig? Ginge es nicht auch anders? Das erinnert
mich an die Windows-Registry. Und ich denke, hier geht was
verloren. Es wäre ein tolles Argument für Linux, wenn man
hunderte von perfekt konfigurierten Benutzern automatisch
einrichten könnte. Gerade für große Firmeninstallationen,
bei denen ich Linux am Desktop sowieso die besten Chancen
gebe.
Ein zweiter Punkt, der mich etwas stört ist das aus meiner
Sicht unübersichtliche Geflecht aus Prozessen, die zusammen
arbeiten. Wie auch schon geschrieben, gibt es Prozesse
(unter der User-ID des Benutzers), die nach dem Ausloggen
bestehen bleiben. Das erscheint mir ebenfalls komplexer als
nötig (leicht gesagt :-). Aber auch die Ladezeit beim
Einloggen in KDE 2.2.x deutet darauf hin, daß hier nicht
alles so einfach wie möglich gelöst wurde. Diese Ladezeiten
finde ich extrem lang sowohl im Vergleich zu KDE 1.2.x, als
auch im Vergleich zu Windows.
Ich bin auch Linux-Fan und möchte dies als konstruktive
Kritik verstanden wissen und als Appell alles so simpel
wie möglich zu designen. Ich denke, daß dies möglich ist,
ohne Abstriche bei der Funktionalität machen zu müssen.
Und wie gesagt, das gilt nicht nur für KDE, sondern auch
bei Netscape 6.2 wird meine Konfiguration in zum Teil
binären Dateien im Verzeichnis .mozilla/default/uw918lxz.slt/
gespeichert :-(.
Grüße
Michael
das langsame Abdriften von der Unix-Philosophie ist auch
etwas, was mir Sorge bereitet und zwar nicht nur bei KDE
(sondern z.B. auch ganz stark bei Mozilla/Netscape).
Aber was ist nun für mich diese Philosophie? Ein
herausragender Punkt für Unix/Linux war für mich immer,
daß man Dinge automatisch über ein Skript konfigurieren
konnte.
Beispielsweise konnte man 10, 100 oder 1000 Benutzer
einfach aus einer Namensliste generieren lassen
einschließlich der kompletten X11-Oberfläche und aller
Parameter. Man mußte einfach nur ein paar einfache,
meist gut dokumentierte ASCII-Dateien erzeugen und
fertig.
Wie ist das bei KDE? Wenn ich jedem neuen Benutzer eine
komplette Umgebung konfigurieren möchte, dann muß ich
eine ganze Reihe von (meines Wissens) schlecht dokumentierten
Dateien einrichten. Will ich beispielsweise für die
Benutzer ein kmix im Panel starten, dann benötige ich eine
Datei namens kmix:11ac155d01000100487519200000093770010.
Warum ist das nötig? Ginge es nicht auch anders? Das erinnert
mich an die Windows-Registry. Und ich denke, hier geht was
verloren. Es wäre ein tolles Argument für Linux, wenn man
hunderte von perfekt konfigurierten Benutzern automatisch
einrichten könnte. Gerade für große Firmeninstallationen,
bei denen ich Linux am Desktop sowieso die besten Chancen
gebe.
Ein zweiter Punkt, der mich etwas stört ist das aus meiner
Sicht unübersichtliche Geflecht aus Prozessen, die zusammen
arbeiten. Wie auch schon geschrieben, gibt es Prozesse
(unter der User-ID des Benutzers), die nach dem Ausloggen
bestehen bleiben. Das erscheint mir ebenfalls komplexer als
nötig (leicht gesagt :-). Aber auch die Ladezeit beim
Einloggen in KDE 2.2.x deutet darauf hin, daß hier nicht
alles so einfach wie möglich gelöst wurde. Diese Ladezeiten
finde ich extrem lang sowohl im Vergleich zu KDE 1.2.x, als
auch im Vergleich zu Windows.
Ich bin auch Linux-Fan und möchte dies als konstruktive
Kritik verstanden wissen und als Appell alles so simpel
wie möglich zu designen. Ich denke, daß dies möglich ist,
ohne Abstriche bei der Funktionalität machen zu müssen.
Und wie gesagt, das gilt nicht nur für KDE, sondern auch
bei Netscape 6.2 wird meine Konfiguration in zum Teil
binären Dateien im Verzeichnis .mozilla/default/uw918lxz.slt/
gespeichert :-(.
Grüße
Michael
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