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Re: OT: A{NSI,SCII} und Umlaute/Sonderzeichen (was: Re: Mail- Problem)
  • From: Heimo Ponnath <ponnath@xxxxxxxx>
  • Date: Thu, 13 Dec 2001 01:18:24 +0100
  • Message-id: <200112130018.fBD0IPi23723@xxxxxxxxxxxx>
Hallo Bernd,

Am Mittwoch, 12. Dezember 2001 19:43 schrieb Bernd Brodesser:
> AFAIR wurde der ASCII-Code für den Fernschreiber entwickelt. Da
> war nichts mit 8 Bit.  Da kamen doch Lochstreifen an, und die
> hatten 7 Bit.

Wenn ich meine allerersten Computerschulungsunterlagen durchsehe,
dann ist darin der ASCII-Code noch garnicht erwähnt. Die stammen
aus dem Jahr 1965 (ASCII stammt aus 1963, war aber in Europa wohl
noch nicht so sehr von Bedeutung, daß sie schon Eingang in solche
Schulungsunterlagen gefunden hätten).

Damals waren es z.B. zwei 4-Bit-Codes (wobei noch nicht von Bits,
sondern von Kanälen gesprochen wurde) die eine Rolle spielten: Der
Aiken-Code und der 3-Exzess oder auch Stibitz-Code. Ein
5-Kanal-Code war der 2-aus-5-Code und der erste 7-Kanal-Code war
der IBM-BCD-Code, der allerdings so gut wie nichts mit ASCII zu tun
hatte. Es handelte sich dabei eigentlich um einen 4-Kanal-Code, der
drei zusätzliche Kanäle aufwies. Einer davon diente lediglich zu
Prüfzwecken - es war ein Paritätskanal. Die beiden anderen dienten
dazu, aus Zahlen Buchstaben oder die wichtigsten Sonderzeichen
(z.B. $, &, *, % etc.) und Steuerzeichen (Wortbegrenzungszeichen,
Gruppenmarke, Bandsegmentmarke etc.) zu machen.

Lochstreifen wurden gerne mit dem IBM-BCD-Code verwendet. Für die
weitaus stärker verbreiteten Lochkarten hat man in einer völlig
anderen Codierung 12 Kanäle verwendet, mit denen aber nur die
Zahlen von 0 bis 9 und die Buchstaben A bis Z sowie ein Zeichen *
(Stern) dargestellt wurden.

Der Fernschreibcode war übrigens ein 5-Kanal-Code, bei dem alle
Zeichen doppelt belegt waren, z.B. hatte Q auch die Bedeutung 1, W
auch die von 2 etc. Wann Buchstaben und wann Zahlen gesendet
wurden, ist durch ein Vorsignal mitgeteilt worden.

Der eigentliche ASCII-Code war wie gesagt ein 7-Bit-Code und
enthielt 1963 lediglich Zaheln, Großbuchstaben und einige
Steuerzeichen (insgesamt 99 Zeichen). Erst die ECMA hat 1964 die
verbleibenden Plätze vor allem mit Kleinbuchstaben belegt. 1986 ist
diese Tabelle dann von der ANSI übernommen worden und 1974 von der
ISO zum Weltstandard ISO-646 gemacht worden.
--
Heimo Ponnath Webdesign, Rotenhäuserstr. 51, 21109 Hamburg
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