Mailinglist Archive: opensuse-de (5006 mails)

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Re: chown als User
  • From: Peter Blancke <blancke@xxxxxx>
  • Date: Fri, 31 Aug 2001 17:47:26 +0200 (CEST)
  • Message-id: <Pine.LNX.4.10.10108311741570.20201-100000@xxxxxxxxxxxxxxxx>
On Fri, 31 Aug 2001, Bernd Brodesser wrote:

> * Peter Blancke schrieb am 31.Aug.2001:
>
> > die Unix-Rechte lassen ein solches Vorgehen zum Glueck schon seit Jahren
> > nicht mehr zu und das hat auch seine guten Gruende.
> >
> > So plausibel, wie Dein Anliegen vielleicht sein moechte, so gefaehrlich
> > kann das aber auch werden, wenn die Methode in falsche Haende geraet.
> >
> > Stelle Dir einmal vor, Du hast erstens auf einem Unix-System
> > Plattenbeschraenkung (Quota) auf 20 MB und zweitens im Netzwerk
> > jemanden, der Dich nicht leiden kann, der aber genau weisst, dass Du
> > gerade Richtung Deines Arbeitszimmers gehst, weil Du heute - am Freitag
> > - bis 11 Uhr etwas fuer Deinen Chef erstsellen sollst. Natuerlich ist
> > der verantwortliche Administrator nicht im Hause. Dein Dich "liebender"
> > Arbeitskollege wird mit ein paar wenigen Befehlen Dir 100-KB-grosse
> > Dateien Stueck fuer Stueck "schenken", bis er gesagt bekommt, dass es
> > wegen des Plattenplatzes nicht mehr geht. Dann wiederholt er das Spiel
> > in 10-KB-Stueckchen, anschliessend in 1-KB-Dateien, bis Deine Platte
> > _RESTLOS_ voll ist.
>
> Dann löschst Du sie wieder, wo ist da Problem?

Der Stress ist das Problem. Wenn es tausend Dateien sind, die mit
tausend verschiedenen Dateinamen unter allen verfuegbaren Verzeichnissen
verteilt wurden, dann _ist_ das ein Problem. Ein Gewaltiges.

Schon wenn Du irgend ein Programm startest und dieses will partout sich
Plattenplatz greifen, ist das ein Problem.

Versuche mal auf einer Platte mit 10 MB Quota mittels Pine eine Mail zu
loeschen, die Dir jemand sendete, die 7 MB beinhaltet. Es geht nicht.

> > Benachrichtige also den Empfaenger dieser Datei, dass er sie jetzt
> > entgegennehmen darf. Entgegennehmen ist - im Gegensatz zu Zusenden -
> > naemlich ein freiwilliger Akt der Gegenseite.
>
> Dateien die Dir nicht gehören kannst Du nicht so einfach übernehmen.

Doch, so, wie es beschrieben wurde, schon. Da wurden naemlich die
Leserechte fuer den anderen richtig eingestellt und da konnte die Datei
mit dem Befehl

cat /home/blancke/guckmalda > /home/brodesser/guckmalda

gut "uebernehmen".

> > Und dann ist da noch die Firma, wo der Chef - zugleich Administrator -
> > _dauernd_ nach Feierabend in den Homeverzeichnissen seiner Angestellten
> > herumschnueffelt. Ploetzlich findet er im Verzeichnis meines
> > missliebigen Kollegen eine Datei mit dem bedeutungsvollen Dateinamen
> > "Chef_Misskreditierung". Die Datei hat passenden Inhalt.
> >
> > Nein, nein... Das geht nicht!
>
> Und was ist, wenn der Sysadmin Dir was böses will?

Ja, dann koennen wir die EDV sowieso einpacken. Auch wenn der Lokfuehrer
des ICE seinen Fahrgaesten was Boeses will oder sich der Flugzeugfuehrer
im religioesen Wahn in den Tod stuerzt, dann sind wir alle mit reif. Die
Diskussion fuehrt da zu nichts weiteren an Erkenntnissen mehr.

Was ein Glueck, dass ich hier der Administrator meiner Kiste bin.

> Es kann nicht sein, daß wenn man in einem System plötzlich
> Kinderpornos hat, die angeblich einem gehören, daß man dann
> automatisch der Beschuldigte ist.

Ja, das ist richtig. Deshalb ging es auch nur um Moeglichkeiten, mit
Einwilligung des anderen Besitzrechte an Dateien zu wechseln, nicht ohne
solche.

Gruss

Peter Blancke

--
Nachtwaechter ist der Wahnsinn, weil er wacht...


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