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Re: Zwei Linux-Maschinen verbinden
  • From: Till Schönefeld <listreceiver@xxxxxxxx>
  • Date: Wed, 1 Aug 2001 19:03:54 +0200 (CEST)
  • Message-id: <Pine.LNX.4.33.0108011651310.1507-100000@xxxxxxxxxxx>
Heureka :-) Problem gelöst!

Ich schrieb am 25.07.01:

>
> Hallo Liste!
> Ich habe zwei Rechner:
> A: Linux (SuSE 7.1) und Windows ME
> - eine Netzwerkkarte (Unter Linux Konfiguriert für
> automatische Adress-Vergabe (DHCP), für
> den Internetzugang)
> B: Linux (SuSE 6.3)
> - eine Netzwerkkarte
> - ein CD-Brenner
> Ihr ahnt vielleicht schon, was ich möchte: nämlich A's Festplatte entlasten und Daten nach B schieben, um sie dort zu brennen. Und das ganze natürlich mit den vorhandenen Mitteln und ohne mit der Diskette tagelang hin und her zu rennen...
> Kann ich A und B mit einem Netzwerkkabel verbinden, ohne zusätzliche Geräte dazwischen zu haben? Und ohne die Netzwerkkarten-Konfiguration in A zu ändern?
> Wenn ja, könnt ihr mir schreiben, wie es geht, bzw. wo es dokumentiert ist?
> Wenn nein, gibt es einen anderen Weg, der um die Diskette herumführt? Z.B.. Parallel- oder serielles Kabel?

Meine Lösung:
-------------

Weiteres benötigtes Zubehör:
1 gekreuztes Patch-Kabel

1. Netzwerkkarten-Konfiguration auf Rechner "B"

Mit YaST 1 habe ich B's Netzwerkkarte (eth0) folgendermaßen konfiguriert:
IP-Adresse: 192.168.0.1
Netmask: 255.255.255.0


2. DHCP-Server konfigurieren

#/etc/dhcpd.conf

default-lease-time 86400;
max-lease-time 604800;
# ... kann man in diesem "Netzwerk" so großzügig wie man will
# setzen; Werte in Sekunden.

option subnet-mask 255.255.255.0;
option domain-name "local";

subnet 192.168.0.0 netmask 255.255.255.0 {
range 192.168.0.2 192.168.0.2;
# ... oder was man so "range" nennt; ich brauchs ja
# nur für einen Client.
}

# EOF /etc/dhcpd.conf

Schließlich nicht vergessen, in /etc/rc.config
START_DHCPD="yes"
DHCPD_INTERFACE="eth0"
zu setzen.

Weiterhin habe ich noch in das Startup-Skript zum DHCP-Server _vor_ den
Aufruf des "dhcpd" ein zusätzliches Kommando eingetragen:

# [...]

case "$1" in
start)
echo -n "Starting service dhcpd"

# Zusätzlicher Eintrag:
route add -host 255.255.255.255 dev eth0

startproc /usr/sbin/dhcpd [...]

# [...]
# EOF /sbin/init.d/dhcp

Siehe dazu u.A. Achim Schmidt, DHCP Server unter Linux betreiben
(http://www.linuxinfo.de/de/db/lnxi-shkommentar.php3?eid=52). Ich weiss
nicht, ob diese route notwendigerweise gesetzt sein muss, hab's aber auch
noch nicht ohne ausprobiert.


3. Verbindung herstellen

A und B's Netzwerkkarten mit dem gekreuzten Patch-Kabel verbinden. Beide
Maschinen in folgender Reihenfolge starten, bzw neu starten: Erst B --
dem DHCP-Server, dann A. Mit A warten, bis B seine Startup-Skripte
abgearbeitet hat.

bei geglückter Verbindung erhält A von B die IP-Nummer

192.168.0.2


4. Verbindung benutzen

Man kann nun -- so mache ich es bislang -- mit KDE 2's Konqueror auf
Rechner A eine URL nach folgendem Schema öffnen:

ftp://nutzer@xxxxxxxxxxx/verzeichnis/mit/schreibrechten

Damit kann man auf B's Dateisystem zugreifen und fröhlich Dateien zwischen
A und B hin und her schieben. Und schließlich kann man -- ebenfalls auf A
-- in einem laufenden XTerm (oder Konsole) z.B. folgendes Kommando
eingeben:

% ssh -X -l root 192.168.0.1 /usr/X11R6/bin/xcdroast

und nach erfolgreichem Log-In fröhlich kokeln...


Bemerkung zur Lösung
--------------------

Offensichtlich ist bei dieser Lösung der netzwerktechnische Nachteil, dass
man nicht gleichzeitig mit Rechner B verbunden sein kann und mit Rechner A
das Internet benutzen kann. Für Rechner in professioneller Umgebung ist
diese Lösung sicher nicht zu empfehlen. Sie bietet aber -- wie bei mir --
im Bereich privater Nutzung den Vorteil, dass man zwei Rechner
unter den beschriebenen Bedingungen verbinden kann, ohne sich zusätzliche
Netzwerk-Hardware (z.B. 'nen HUB und zusätzliche Netzwerkkarten) zulegen
zu müssen. Außerdem kann man dann diese Verbindung nutzen, ohne jedesmal
die Netzwerkkonfiguration des Rechners, mit dem am Internet hängt, zu ändern.

Besser und "eleganter" lässt sich sicherlich noch einiges lösen, aber
erstmal funtionierts.

Vielen Dank an die Liste, also und schöne Grüße

Till


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