Mailinglist Archive: opensuse-de (5973 mails)

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Re: OT? OSS, Lizenztypen (was Re: Fremde Pakete installieren)
  • From: corsepiu@xxxxxxxxxxxxxx (Ralf Corsepius)
  • Date: Mon Oct 09 08:45:45 2000
  • Message-id: <39E185B9.19A7519F@xxxxxxxxxxxxxx>



Marco Dieckhoff wrote:

From: "Bernhard Walle" <Bernhard.Walle@xxxxxx>
Sent: Sunday, October 08, 2000 5:27 PM

Hallo,

On Sun, Oct 08, 2000 at 16:19 +0200, Wolfgang Weisselberg wrote:
Bernhard Walle schrieb in 12K (346 Zeilen):
On Fri, Oct 06, 2000 at 23:36 +0200, Wolfgang Weisselberg
wrote:
Bernhard Walle schrieb in 7,8K (227 Zeilen):
On Thu, Oct 05, 2000 at 1:15 +0200, Wolfgang Weisselberg
wrote:

Klar, wenn ein Programm nicht OpenSource ist, muss es als
Binary
ausgeliefert werden. Das ist aber bestimmt nicht das Problem
von
Windows.

Falsch.

IIRC darfst du den ISO-MP3-Encoder nicht (ohne Lizenz)
benutzen, ja nicht einmal compilieren. Er liegt im Quellcode
vor (Referenzimplementation),

Und es ist trivial, eine entsprechende Lizenz zu schreiben.

Wenn ein Programm OpenSource ist, dann liegen die Quellen vor
(Source = Quelle). Wenn es also nicht OpenSource ist, dann liegen
die Quellen nicht vor. Und wenn keine Quellen vorliegen, kann es
nur
als Binary ausgeliefert werden.

OpenSource heißt ja nicht unbedingt, dass GPL vorliegt etc. Von
Solaris gibt's auch (teilweise) Quellcode, trotzdem kostet's Geld.

IMHO ist es so:
OpenSource = Sourcen liegen vor *und* jeder darf die Sourcen frei
verändern und das Programm nutzen. Open eben, für alles und jeden.

Das ist eine Definition ...

GPL passt sich da gut rein, aber jeder kann sich seine eigenen
Lizenzbedingungen schreiben... Es wird ja auch schon genug
diskutiert, ob die LGPL (keine kommerzielle Nutzung) noch als
OpenSource-Lizenz zu verstehen ist, weil's ja drastische
Einschränkungen gibt...

Kommerzielle Apps können ohne Probleme dynamisch mit LGPLed Code
gelinkt werden.

Die GPL ist es, die dies verbietet, da sie und RMS unter anderem das
missionarische Ziel haben OpenSoftware zu fördern. Auch wenn heute
einige darüber schimpfen, gäbe es ohne GPL Linux höchst
wahrscheinlich nicht.

Der wichtigste Grund warum die LGPL und GPL derart restriktiv sind,
liegt darin zu verhindern, dass finanz- und personalstarke Firmen
daran gehindert werden sollen, OpenSoftware als Grundstock zu
proprietären Entwicklungen heranzuziehen (Siehe "GPL protects your
rights" in der L-/GPL).
So können sie sich zwar an der Entwicklung von L-/GPLed Code
beteiligen, sind aber gezwungen, ihren Code freizugeben oder aber
müssen das Nutzen was alle anderen auch zur Verfügung haben (dyn.
Linken).
Andernfalls wäre es z.B. möglich, dass Firmen wie M$, IBM, Intel,
AMD, SuSE und RH z.B. den gcc auf spezielle Zielsysteme portieren
würden und niemand den gcc ohne eine Lizenz dieser Firmen nutzen
könnte.

Das es trotzdem kommerzielle Programme gibt, von denen auch Quellen
veröffentlicht sind, ist schön, aber diese Programme sind dann nur
Programme+Source, nicht *Open*-Source.

Eben, siehe OpenMotif, Netscape, StarOffice-6, Khoros, X11 (!) und
mit Einschränkung auch Qt.

Ralf

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