Mailinglist Archive: opensuse-de (4902 mails)

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Re: ETIKETTE: Re: COUNTER (Schoenes Beispiel)



Am Son, 02 Jul 2000 schrieb Stefan Gofferje:

Naja... ich spreche fließend Englisch (paar Jahre im Ausland
gewesen) aber zum Beispiel die ManPage vom pppd versteh ich nicht
so ganz. Ich bin immer noch am verzweifeln mit meinem
Einwahlserver...

Ein Einwahlserver dürfte "etwas" über den Aufgabenbereich eines
Normalusers hinausgehen. Das ist eines der Probleme bei Linux, es
gibt in z.B. einer 0815-SuSE so viele Möglichkeiten, die unter
Windows schon aus Kostengründen gar nicht realisierbar sind. Wie
viele Windows-User haben wohl an einem Privat-PC ne Firewall, nen
Webserver, ... installiert?

ACK aber irgendwie hab ich bei Win nie ne Doku gebraucht...

Und wieso? Es ist vorinstalliert und zumeist gut konfiguriert,
sowie (bei den meisten Komplettrechnern) mit einiger Software
ausgestattet.
Wer verkauft aber heute schon vorinstallierte Linux-Rechner (vom
Server-Bereich mal abgesehen). Das macht die Sache nicht einfacher.
Auch wenn mit Yast2 (oder vergleichbaren Tools bei anderen Distris)
inzwischen kein ernsthaftes Problem mehr sein sollte, so liegt
schon das Problem vor, Platz auf der Festplatte zu machen, denn im
Gegensatz zu Windows, will Linux heute noch kaum jemand alleine auf
der Platte haben.

Ich will ja nicht sagen, daß Linux schlecht ist... ich habs ja
selber zu laufen und mache immer mehr damit. Mittlerweile hab ich
ja Win abgeschafft - sehr zum Leidwesen meiner Freundin.

Was ich sagen will ist, daß meiner Meinung nach, Linux gegenüber
einen "Wettbewerbsnachteil" hat. Undzwar ausschließlich bezogen
auf die breite Masse der nur-User. Win hat zwar keine Doku aber
ist mehr oder weniger selbsterklärend. Einschalten und los gehts.

Ich sehe zwischen einem vorinstallierten Win9x und einem vorinstal-
lierten Linux+KDE (spätestens mit KDE2 mit Office Paket ... gibts
eigentlich jemanden, bei dem KSpread von 1.91 nicht permanent
abstürzt?) keine Nachteile für den Otto-Normaluser.

Bei Linux heißt es aber Dokus lesen, einschalten, konfigurieren,
konfigurieren, Dokus lesen, konfigurieren und so weiter und dann
kanns irgendwann losgehen und DAS kommt eben bei der breiten
Masse nicht so gut an. Meine Freundin hat mir schon mehr als

Die für einen Normaluser relevanten Komponenten legt ja yast2 schon
ziemlich selbständig an. Und Aufrüstung eines Rechner über die
Kaufkonfiguration hinaus überfordert den normalen User sowieso. Ich
hab in meinem Bekannten-/Verwandtenkreis genügend Internetanschlüsse
Modem/ISDN abschliessen, Treiber installiert und Zugangssoftware
per Doppelklick auf die Platte gebannt, Fehlkonfigurationen besei-
tigt (z.B. war mal bei einer T-Online Installation der Proxy falsch
eingetragen).

einmal den Vogel gezeigt, wieviel ich mich hier beschäftige. Sie
sagt, ein Computer ist ein Gebrauchsgegenstand und muß einfach
nur funktionieren. Sie würde sich niemals Linux kaufen, solange
es so (verhältnismäßig) umständlich zu konfigurieren ist.

Die Windows-Registrie ist nun auch nicht unbedingt benutzerfreund-
lich, die 3monatlich Neuinstallationsorgie vieler Windows-User ist
auch ein deutliches Indiz, dass viele die Kiste nicht verstehen,
wenn dann eben was nicht funktioniert, ist das eben die einfachste
Lösung. Windows ist nicht so schlecht, dass dies notwendig wäre, es
sind die User der das System nicht versteht und MS, das die
Komplexität vor dem User versteckt und eine Einfachheit vorgaukelt,
die in Wirklichkeit nicht gegeben ist.


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