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Re: Andere Distributionen
  • From: mha@xxxxxxx (Michael Hasenstein)
  • Date: Wed Apr 26 20:38:40 2000
  • Message-id: <Pine.LNX.4.21.0004262219580.1812-100000@xxxxxxxxxxxxx>



On Wed, 26 Apr 2000, Thomas Bendler wrote:

Wenns nicht dabei ist bastel ich's mir halt selbstätig. Nichtsdesto

Das koennen die wenigsten. Wer's selber kann, fragt hier gar nicht, und
liest nur, um ab und an mal 'ne Antwort zu geben.

trotz würde ich auf Server Systemen keine Alpha, Beta oder änliche
Komponenten einsetzen. Auf meinen Servern läuft meistens noch 2.0.x
Kernels, auch wenn diese das ein oder andere Feature nicht bieten.

Stimmt, weder LVM noch reiserfs haben 10 Jahre testing hinter sich. Es ist
aber nicht die Frage, langjaehrig erprobte Komponenten ode rnicht, sondern
es ist die Frage, solche Funktionalitaet _UEBERHAUPT_ zu haben. Verstehe
deine Allgemeinplaetze also nicht, sowas muss man doch nicht dauern dazu
sagen.

Versuch SAP auf SuSE zu installieren und nichts wird. Natürlich hat jede
Distri ihre Stärken aber keine ist perfekt, auch SuSE nicht. Daher hatte
Dein Vorredner schon recht, es kommt darauf an was man machen will, auch
im Serverbereich.

Richtig, jeder kann sich alles selber basteln, wenn er kann und Zeit hat,
dazu braucht's sogar bloss einen leeren Rechner mit leere Platte. Und?
Schon wieder ein Allgemeinplatz. Produkte sind Kompromisse: ich als
Konsument spare Zeit udn Aufwand, etwas selbst machen zu muessen, und kann
dafuer was anderes anfangen, was mir besser gefaellt/liegt. Dafuer buese
ich halt an der Stelle ein, dass ein Produkt halt nicht so genau auf meine
Beduerfnisse zugeschnitten ist. Man kommt sich halt in der Mitte entgegen.
Das ist das Leben.

PS: Wenn du schon SAP erwaehnst... Hast du wirklich mal SAP auf Linux
eingesetzt? Ich meine nicht nur als Spielerei, sondern um wirklich was
produktiv zu machen? Uebrigens sind die damals genau deswegen zu RH
gegangen, weil die das gemacht haben, dass du oben verurteilst: Einsatz
von Alpha/Beta Software. Die haben naemlich die glibc-2.1 aus dem CVS
genommen und auf ihre Distri gepackt, obwohl es noch eine Beta war. SAP
brauchte aber Funktionalitaet aus der neuen glibc.

Time-to-market nennt man so was, erster sein um jeden Preis. Wem's
gefaellt, bitte. Wir machen auch Kompromisse, sicher (siehe deine Antwort
oben: klar ist Debians update Zeug besser. Heisst das, wir sollen den
Quasi-Standard rpm verlassen, auch wenn er schlechter ist? Kompromisse,
Kompromisse. Ueberall.), aber es gibt eine Grenze, die bei uns halt etwas
anders liegt. Glibc aus dem Beta tree ist bei uns out, LVM und Reiser-FS
dadgegen ja, denn: wir haben's lange getestet (und mehr Last und mehr
Daten als auf unseren internen Servern hat wohl sonst kaum jemand unter
Linux am laufen), und andere haben's getestet, auch ziemlich grosse
kommerzielle Kunden (die ich bestimmt nicht nennen darf) setzen es ein,
und es geht halt einfach, und worauf sollen wir jetzt noch warten, ein
Restrisiko bleibt eh immer, nur dass es nach 5 Jahren Millionenfachen
Einsatz natuerlich viel kleiner ist, aber Reiser-FS ist - Dank uns -
inzwischen auch sehr weit verbreitet. Der andere Grund, dass wir mit den
beiden Sachen den Kompromiss machen ist, dass man es nciht nehmen muss,
wenn man nicht will, was bei der glibc was anderes ist.

So, genug. Uebrigens, wer z.B. Oracle einsetzen will kommerziell, kommt an
einer kommerz. Distribution (eigtl. z.Zt. nur RH und SuSE, die anderen
beiden sind da etwas hinterher) gar nicht vorbei, denn Oracle ist nur dort
zertifiziert. Das bedeutet eigtl. nichts technisch gesehen, denn Oracle
laeuft genauso gut auf allen Linuxen, wenn kernel und glibc
mindest-nummern haben, aber es gibt halt nur Oracle support fuer
zertifizierte Systeme. Naja, man muss ja nicht sagen, dass man Debian
einsetzt, wenn man bei Oracle anruft ;-)

MfG MH


--
Michael Hasenstein
http://www.suse.de/~mha/
Private Pilot (ASEL+aerobatics) since 1998

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