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Re: SuSE 6.4 - Was ist das Minimum?
  • From: B.Brodesser@xxxxxxxxxxxxxx (Bernd Brodesser)
  • Date: Thu Apr 20 01:36:11 2000
  • Message-id: <20000420033611.B955@xxxxxxxxxxxxxx>



Hallo Matthias,

* Matthias Egger schrieb am 19.Apr.2000:

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, Linux wirklich verstehen zu lernen. Dies,
so denke ich, schaffe ich nur wenn ich mir mein Linux Schrittweise
aufbaue.

Du wirst es lernen, wenn Du Schrittweise herangehst. Es ist aber imho
besser, wenn da schon ein ganzes System da ist.

Ich stelle mir das so vor:

1) Installation des Kernels.
2) Installation der Lebensnotwendigsten Komponenten

Ein Kernel pur wird nicht funktionieren. Die lebensnotwendige
Komponenten müssen von Anfang an mit dabei sein.

3) Lernen
4) Punkt 3 ein Lebenlang wiederholen ;)

Um dieses Ziel zu erreichen (wie gesagt, ich bin ein absoluter Linux
Greenhorn) habe ich einfach einmal die Minimalinstallation installiert.

Würde ich nicht machen. Wenn Du lernen willst, so ist eine normale
Installation besser. Die Minimalinstallation verzichtet z.B auf die
ganze Dokumentation. Bei Linux ist sehr viel Dokumentation dabei. Wenn
die fehlt, was soll das bringen?

Zu Anfang brauchst Du sicher kein X, die graphische Oberfläche von
Linux, aber was stört Dich daran, wenn Du sie mitinstallierst? Du
kannst doch trotzdem auf der Konsole arbeiten.

Bei den Standardinstallationen sind z.B mehere Editoren dabei. Im
Prinzip brauchst Du keinen einzigen davon. Dateien kannst Du auch mit
cat erzeugen. Wenn Du was ändern willst, so mußt Du es halt noch mal
neu schreiben. Ist machbar, aber wo liegt der Sinn?

Und wenn Du doch einen installieren willst, so kannst Du doch gar
nicht wissen, welcher Dir liegt. Darum installier doch alle gängige
und probiere es aus. Es macht doch keinen Sinn, um das zu testen
jedesmal yast anzuwerfen und wieder ein neuer Editor zu installieren.

Apropos yast, daß brauchst Du natürlich auch nicht. Du kannst alles
auch von Hand anlegen. Das heißt, Du wohl kaum. (Nicht böse gemeint,
aber wenn Du ein Anfänger bist, dann kannst Du das nicht.)

Was mich nun daran stoert, ist die Tatsache, dass bei SuSE 6.0 70MB, bei
der Version 6.4 bereits 134MB das Minimalsystem ausmachen.

Wenn ich nun im YaST(1) versuche Komponenten (wie etwa YaST2 mit
immerhin 25Mb) rauszunehmen, erscheint immer eine schoene Warnung von
wegen "nur loeschen wenn du sicher bist."

Nur... Ich bin mir nicht sicher!!! :-(

Dann lösch es auch nicht. Es macht keinen Sinn.

Also, meine Frage an euch.

Wenn ich Linux wirklich "Hardcore maessig" installieren moechte. Was

Dann schmeiß als erstes yast heraus und mache es per Hand. Aber dann
darfst Du hier auch nicht fragen wie.

reicht dann fuer ein absolut minimales System aus? Minimal heisst für
mich, z.b. die Möglichkeit weitere Komponenten mit der Zeit installieren
zu können (ist z.B. mount ein eigenes zu installierendes Programm oder
bereits Teil des Kernels?).

Ich vermute, Du hast das mit dem Kernel noch nicht verstanden. Der
Kernel ist nicht in der Lage mit dem Menschen direkt zu kommunizieren.
Dazu bedarf es Programme. Eines dieser Programme ist /bin/mount.
Dieses Programm macht einen Systemaufruf. Ein Systemaufruf ist ein
Aufruf an den Kernel. Dieser Systemaufruf heißt auch mount, aber das
macht nichts. Du kannst keinen Systemaufruf direkt machen, dafür ist
Code notwendig.

Bitte schickt keine Antworten wie "ja aber warum?" oder "Hole aus dem
Internet das MuLinux, welches auf einer Diskette platz hat." Mir geht es
nicht darum ein Mini-Linux laufen zu lassen. Ich will einfach nur
"langsam" mit Linux wachsen.

Sei mir nicht böse, aber das ist die falsche Strategie. Versuche erst
mal Linux zu verstehen. Das machst Du nicht, indem Du möglichst wenige
Komponenten auf der Platte hast. Besser ist es, eine normale
Installation zu haben und dann eine nach der anderen Komponente
verstehen zu lernen.

Du kannst ja ohne graphische Oberfläche anfangen. Ohne Sound sowieso
und ohne jedwediges Netzwerk. Auch keinen Internetanschluß und keinen
Drucker. Diese Teile brauchst Du auch nicht zu installieren. Aber
solche Sachen wie cron würde ich auf jeden Fall mitnehmen, auch wenn
man es nicht notwendigerweise braucht, so würde ich es doch auf dem
System haben wollen und langsam lernen wie es funktioniert.

Als erstes würde ich lernen was ein Prozeß ist, was eine Datei und was
es mit Rechten auf sich hat, und wie eine Shell funktioniert. Und
einige Standardbefehle, wie ls, cd, pwd, cp, mv, rm, ln, echo, cat,
ps, who, tty, find, grep, file, sort, cut, less, tail, head, tr, sed
sowie Ausgabeumlenkung und ganz wichtig, wie eine pipe funktioniert.

Später dann würde ich schauen, wie ein Loginvorgang funktioniert und
dann, wie ein bootvorgang funktioniert. Hat bei Linux wenig
miteinander zu tun. Einloggen kann man sich immer wieder, gebootet
wird nur ganz selten. Natürlich muß gebootet sein, um sich einloggen
zu können.

Naja, wuerde mich freuen wenn ich eure Meinungen und Vorschlaege
bekommen koennte.

Les Dir mal /usr/doc/howto/de/DE-DOS-nach-Linux-HOWTO.* durch. Ich
gehe mal davon aus, daß Du DOS kannst.

Alles was unter /home, /usr, /var, /opt, /root und /tmp steht brauchst
Du nicht. Du brauchst nur das, was unter /boot, /dev, /etc, /bin,
/sbin und /lib steht.

Aber arbeiten kannst Du damit eigentlich nicht.

Bernd


--
LILO funktioniert nicht? Hast Du /etc/lilo.conf verändert und vergessen, lilo
aufzurufen? Ist Deine /boot-Partition unter der 1024 Zylindergrenze?
Bei anderen LILO Problemen mal in der SDB nachschauen:
http://localhost/doc/sdb/de/html/rb_bootdisk.html |Zufallssignatur 6

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