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Re: Fernsteuerung per Mail
  • From: sgiessler@xxxxxxx (Stefan Giessler)
  • Date: Thu Sep 30 11:20:14 1999
  • Message-id: <19990930132014.A8883@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>



On Don, 30 Sep 1999, Juergen Schwarting wrote:

Ja, habe ich eingesehen, siehe andere mails. Aber doch noch eine Frage
dazu. Wenn ich davon ausgehe, daß der Einbrecher mein ~/.procmailrc in
meinem fernen Rechner lesen kann, kann ich genau so gut davon
ausgehen, daß er an meinem pgp auf meinem nahen Rechner gelangt. IMHO

klar - wenn er auf Deinem System eingedrungen ist kommt er auch an das
lokale PGP ran !!!

In dem Moment hast Du sowieso ein Problem. Wenn ich mich auf Deinem
System anmelden kann, kann ich mir:

- eine Hintertür einbauen (für's nächste mal)
- Informationen über das System erlangen um mehr Rechte zu
bekommen
- das ferngesteuerte Programm von Hand starten...wozu der
Aufwand mit der e-mail :-)
- ...

Aber soweit ich mich noch erinnern kann, muß man eine Passphrase
eingeben um mit dem privaten PGP-Schlüssel zu arbeiten. Der
Eindringling müßte also auch noch diese Sperre überwinden, um
anschließend den Remote-Rechner anzugreifen.

Das macht nichts!

Falls Du lediglich mit der Signatur arbeiten willst, brauchst Du nur
ein Schlüsselpaar. Auf dem "ferngesteuerten Rechner" liegt nur der
öffentliche Schlüssel; den privaten Schlüssel trägst Du auf einer
Diskette mit Dir herum. Nach dem Einbruch kennt der Hacker nun
(falls er die Passphrase knacken konnte) Deinen öffentlichen
Schlüssel... Er kann also überprüfen, ob die Nachricht tatsächlich
von Dir ist, tolle Wurst :-)

Falls Du mit Signatur und Verschlüsselung arbeiten willst, brauchst
Du zwei Schlüsselpaare: Auf dem "ferngesteuerten Rechner" liegt
wieder Dein öffentlicher Schlüssel, zusätzlich liegt dort der
private Schlüssel des Rechners. Die anderen Schlüssel hast Du
wieder auf Diskette. Der Einbrecher ist nun, nachdem er die
Passphrase geknackt hat, in der Lage Deine mail zu dekodieren, um zu
überprüfen, ob die Mail von Dir ist...

In beiden Fällen ist es dem Einbrecher nicht möglich, die
notwendigen Nachrichten zu erzeugen.

Hintergrund: Zum Verschlüsseln brauche ich den öffentlichen
Schlüssel des Empfängers, zum Signieren meinen privaten. Zum
Entschlüsseln brauche ich meinen privaten Schlüssel, zum überprüfen
der Signatur den öffentlichen Schlüssel des Absenders.

Wie Du siehst, ist es mit der Signatur zwar nicht unmöglich, unbefugt
auf einen anderen Rechner einzudringen, aber es wird einem schon sehr
schwer gemacht ;)

Die Signatur macht das weder leichter noch schwerer...

CU,
Stefan

--
Stefan Giessler e-mail: stefan.Giessler@xxxxxxxxxxxx

As Zeus said to Narcissus, "Watch yourself."

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