Mailinglist Archive: opensuse-de (2762 mails)

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Re: Linux um Unternehmen (und in Schulen)
  • From: dhebenstreit@xxxxxxx (Dirk Hebenstreit)
  • Date: Thu Jun 17 19:58:47 1999
  • Message-id: <37695377.BF87278A@xxxxxxx>



Felix wrote:

Dirk Hebenstreit wrote:

Ist doch gar nicht so schlecht. Sollte es zu einer irgendwie gearteten
Aktion (Webserver?) aus dieser Liste heraus kommen, dann könnte SuSE ja
bei ihrer Verschenkaktion auf eben diese Unterstützung durch seine
"zufriedenen Kunden" verweisen und damit könnten wir quasi den
personellen Engpaß bei SuSE beheben ;-)
Der personelle Engpass ist keine echter, wenn man sich die Sipportmittel
mal genauer betrachtet.
1. Das Handbuch: reicht für eine Erstinstallation vollkommen.
2. Die Chance, mit Nummer bei SuSE registriert und somit Support
beanspruchen zu können, ist doch bei der Geschenkaktion gegeben, oder?
3. Die Mailingliste funktioniert. Das betrachte ich als ein riesengroßes
Lob an alle!
[Hier hole ich mal etwas weiter aus und gebe nur meine Eindrücke
wieder:]
Die Eintragung in eine Mailingliste ist für den Otto-Normallehrer
genauso schwer, wie das Einscahlten eines PC. Ja nach Kenntnisstand ist
es eine unüberwindbare Barriere oder ein Kinderspiel. ;-)
Die Beiträge sind nicht nur hardwarebezogen, oder auf ein ganz
spezielles Thema orientiert. Threads, wie dieser hier geben die
Möglichkeit, sich schon mal zu beteiligen, damit man den Umgang mit der
Liste übt.
Der Umgangston in der Liste ist überaus höflich, z.T. witzig und
kurzweilig und vor allem anfängerfreundlich. Gestern habe ich hier zum
ersten Mal ein RTFM gelesen.
Der stets wie ein Damoklesschwert über dem Gemütszustand der Teilnehmer
schwebende Streit Linux-M$ ist allgegenwärtig, und jeder überlegt sich,
wenn er etwas postet, ob er zu Windows etwas schreiben soll... etwa in
der Form unter Windows ging das aber...
Klar, das passiert in letzter Zeit häufiger (ich schiebe das auf die
zunehmende Popularität von Linux), und die Liste reagiert wie oben
beschrieben höflich und mit guten Tips.
<Einschub>
Wenn die Schulen gezielt mit Linux konfrontiert werden sollen, ist das
ein tiefer Eingriff in die marktwirtschaftlichen Strukturen. Jeder
Schüler, jeder Lehrer, der das Arbeiten mit Linux erstmal schätzen
gelernt hat (und das dann aufgrund vorhandener Bedingungen auch muss),
wird wohl kaum in den nächsten Laden rennen, um sich einen
nigelnagelneuen Windows2000-PC zu kaufen. Updates eventuell noch
vorhandener M$-Systeme werden überflüssig. Die potentiellen Kunden
müßten erst in einer extrem teuren (und vielleicht erfolglosen)
Werbeaktion zurückgewonnen werden. Das würde den Schluss zulassen, das
M$ und Co. nicht mehr mit Schulpreisen sondern mit Gratisaktionen werben
müssten, die Hardware einschließen würden.... Wenn diese Initiative,
hier klein angedacht klappen soll, ist das der größte Coup gegen das
Informatik-Kartell seit der Einführung der Home-PC´s. Zieht das durch,
denn... damit wäre das Prinzip Lernen mit neuen Medien endlich geebnet.
Alles was die Schule von der Wirtschaft unabhängig macht und die
Software für Linux damit auch sprunghaft mit neuen Ideen anreichert, ist
ein Schritt in die richtige Richtung.
</Einschub>
4. Wenn neben den Supportangeboten der Distributionen noch ein solcher
angedachter Verbund freiwilliger Helfer hinzukommt, die damit nicht ihre
Spardose aufbesser wollen, sondern wirklich als Idealisten Zeit ans Bein
binden, dann wird man als Schule auch darauf zurückgreifen. (Hier
wiederhole ich wieder meine Äußerung von vor ein paar Tagen - Werbung
dafür ist das A und O.)
5. Begleitet werden sollte das ganze durch eine Spendenaktion für kleine
Dinge. Wie bekomme ich die alten 486´er Kisten mit 4 oder 8 MB so
aufgerüstet, dass sie mit Linux komfortabel laufen. Biete:
30-Pin-Simm-Module zum Nulltarif. Preis: Antrag mit Schulstempel
Habe mein 100 MHz-Pentium-board ausgetauscht, wer will es.
Meines Erachtens sind die Schulen (zumindest in Hamburg zur Zeit) der
größte Computer-Schrottplatz Deutschlands.

Wie schon mehrfach hier geschrieben: am wichtigsten ist ein stabiles
Fundament für solch ein Projekt und die entsprechende
"Man-/Women-Power".
Das ist der Kern von dem Wuschelhund mit der neuen Frisur.

Ich werde anfang nächster Woche (am Wochenende werde ich diesmal von
meiner Frau an ein computerloses Ziel entführt :-) ) eine
Genieße es! ;-) Die Augen und Ohren werden es Deiner Frau danken... ;-)
Zusammenfassung unserer Diskussion hier posten und dann ein paar
Vorschläge für das weitere Vorgehen machen. Bis dahin wäre ich über
weitere Anregungen/Hinweise auf bereits bestehende Projekte dankbar.

Ist hiermit schon mal geschehen.
Aber noch eine kleine Geschichte: Mein Schulleiter fragte mich heute,
als ich ihm die Idee Linux als Clientsystem einzuführen überbog, ob das
was für ihn wäre...
Ich habe erstmal bejaht und von dieser Aktion berichtet... Er will sich
demnächst einen Internetanschluss besorgen und wird dann auf mich
zurückkommen. Das ganze soll dann wirklich schon unter Linux laufen.

Seine Sorge: Gibt es da ein sicheres Datenbanksystem, mit dem sich die
Schülerdaten der Schule weiterhin verwalten lassen... Klar sag ich, aber
damit habe ich mich noch nicht befasst. Er hat erstmal Witterung
aufgenommen.... Vielleicht habe ich da bald einen starken Verbündeten im
Kampf um die Durchsetzung von Linux an unserer Schule. ;-)
Da ich nach den Sommerferien aussagekräftiger sein muss, als im Moment,
werde ich wohl viel an meinem System ausprobieren und vor allem sehr
viel lesen.

Ist etwas lang geworden, aber das sind die Beiträge in diesem Thread ja
für gewöhnlich fast alle;-)
Bis die Tage Felix

Hallo Felix!

Nicht nur die Beiträge sind lang, auch das Quoting wird manchmal ganz
schön schwer ;-)

Ich habe Deinen Text mal ungekürzt gelassen, da ich der Meinung bin, er
enthält eine sehr treffende Zusammenfassung dessen, was für das Projekt
wichtig wäre:

-Enthusiasmus
-Nicht-kommerzielles Denken
-keine Angst vor eingefahrenen Hierarchien

Gerade letzteres kam in diesem Thread bisher nur am Rande zur Sprache,
ich halte es aber sehr wichtig. Da ich selber in einer Behörde arbeite,
kenne ich den "Verwaltungstrott" und der ist leider auch an einigen
Schulen/Schulbehörden nicht zu unterschätzen. Wenn also ein
Lehrer/Schulleiter LINUX einsetzen möchte, dann wird er sich dafür
wohlmöglich Rückendeckung von Oben besorgen wollen. Je höher aber die
Hierarchie, desto geringer das Know-How (i.d.R.; Ausnahmen möglich ;-)
).

Ein Sachbearbeiter in einer Schulbehörde wird daraufhin möglicherweise
bei den EDV-Händlern/Supportern Vor-Ort nachfragen, was denn LINUX
überhaupt sei und ob man das gebrauchen könne; das Ergebnis wird wohl in
den seltensten Fällen positiv sein ("LINUX? Ach, nehmen Sie doch lieber
ein richtiges OS, wir haben da gerade NT im Angebot...").

Auf solche Konflikte muß man bei der Betreuung von Schulen ebenfalls
vorbereitet sein und darf beim Kampf gegen die Bürokratie nicht so
schnell aufstecken. Außerdem ist Fingerspitzengefühl gefragt, wenn einen
der Gegenüber nicht akzeptieren will und lieber den alten Trott statt
was neues fahren möchte.

Des weiteren hat man sich möglicherweise mit Vertretern von
Händlern/Konzernen direkt auseinanderzusetzen, die ihre
NT/Netware-Lösungen verhökern wollen und das können dann harte Brocken
sein; also ist eine entsprechende Vorbereitung sehr wichtig und das A
und O der Projektteilnehmer wir der Erfahrungsaustausch und die
Kommunikation sein. Aber das wird wohl das kleinste Problem sein, wenn
ich an die Erfahrungen aus dieser Liste berücksichtige :-)

Gruß
hebi

--
Dirk Hebenstreit Tel :
+49-0177-2431470
HEBI D. Hebenstreit Buero-Informationstechnik
+49-033200-85997
Eschenweg 3 FAX :
+49-033200-85999
14558 Bergholz-Rehbruecke e-Mail :
dhebenstreit@xxxxxxx
--
Um aus der Liste ausgetragen zu werden, eine Mail an majordomo@xxxxxxxx
schicken, mit dem Text: unsubscribe suse-linux


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