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Re: Linux um Unternehmen (und in Schulen)
- From: marten@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx (Marten Feldtmann)
- Date: Wed Jun 16 09:13:15 1999
- Message-id: <37676AAB.B59AF85F@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
Erhard Schwenk schrieb:
On 10-Jun-99 Jens-Eike Jesau wrote:
Das ist nicht hart, das ist eine Katastrophe.
Und maechtige Algorithmen wirst du in BASIC auch nie
wirklich bauen koennen.
Völliger Nonsens.
Sorry, aber etliche Deiner Aussagen sind auch als Nonsens zu
bezeichnen.
Warum regen mich Deine Statements auf ? Wohl darum, weil sie
eine heile Welt aufzeigen - eine heile Welt, wie sie mir an
der Universitaet ueber Jahre beigebracht worden ist. Von Leuten,
die oftmals jeden Bezug zur angewandten Informatik verloren
haben und in dem Berufsbild des Informatikers der siebziger
Jahre haengen geblieben sind.
Viele Deiner Aussagen sind - fuer sich alleine genommen -
sicherlich richtig, aber mir fehlt einfach die umfassendere
Einschaetzung der Dinge:
- Man beachte die Diskussion, welche Sprache geeignet ist, um
Anfaengern die Programmierung zu ermoeglichen. PASCAL, Modula
oder C ? Lisp oder Smalltalk ? BASIC wird dort in der Regel
nicht erwähnt.
- Die Wahl der Programmiersprache beeinflusst die Darstellung
und Loesung eines Problemes durch das Vorhandensein von
geeigneten/ungeeigneten Datenstrukturen und Kontrollstrukturen.
- Man beachte die Wichtigkeit der Programmiersprache daran, dass
sogar "Software Pattern" hier und da durch die Sprache hervor-
gerufen wurden.
- Es stimmt sicherlich, dass die OOA/OOD-Phase die meiste Zeit
in Anspruch nehmen sollte, aber bereits in der OOD-Phase ist
der Uebergang zur reellen Implementierung sehr wohl notwendig
und gewollt und schon haben wir wieder die Programmiersprache
drinne.
Entsprechend nebensächlich ist sie in der Regel bei der Wahl
der Werkzeuge.
Diese Aussage koennte von der Universitaet kommen: entweder muss man
sie als richtig einstufen, weil das "hoehere" Empfinden einen irgendwie
darin bestaerkt (Pfui, ich bin doch kein Programmierer !) oder sie
ist hoffnungslos falsch, wenn man mit der Realitaet konfrontiert wird.
Die Wahl der Werkzeuge ermoeglicht doch erst Deine geforderte Vorgehens-
weise. Was nuetzt mir das gesame UML-Papierkram, wenn ich kein Tool
einsetze, dass mir die Verbindung zu meinem Softwarewerkzeug
ermoeglicht
etc ... natuerlich, wenn ich Programmierfutzies habe, die das machen ...
Deine von Dir geforderte Vorgehensweise wird Dich dazu fuehren muessen,
dass Du extremen Wert auf die Werkzeuge legt, mit denen Du entwickeln
willst.
Übrigens: Auch im Informatik-Studium hat man mit Programmieren gottseidank
fast
nichts zu tun. Es zählen einfach andere Qualitäten.
Stimmt, aber die Taetigkeiten der Informatiker in der Praxis sind
so vielseitig, dass auch diese Aussage von der Universitaet stammen
koennte. Der Unterschied zwischen Programmierern und Informatikern
gehoert den 70ziger Jahren an. Programmieren ist wichtig fuer
sehr viele Informatiker, fuer andere Informatiker ist eher der
theoretische Aspekt in ihrer taeglichen Arbeit wichtiger und andere
organisieren nur noch den ganzen Tag.
Deine Aussagen sind in der Art allgemein gehalten, dass sie ein
sehr verzerrtes Bild liefern.
Marten
--
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