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Re: Umlaute & Linux, a neverending story?
- From: B.Brodesser@xxxxxxxxxxxxxx (Bernd Brodesser)
- Date: Wed Jun 02 12:22:07 1999
- Message-id: <19990602142207.D169@xxxxxxxxxxxxxx>
* Carsten Meyer <carsten.meyer@xxxxxxxxxxxxxxxxxx> schrieb am 02.Jun.1999:
Also bisher ging ich immer davon aus, dass (dasz?) ein "scharfes s" nur
"sz" genannt wird. Geschrieben wird aber "ss" - ersatzweise, wenn gerade
kein Umlaut zur Verfügung greifbar ist.
Nein, Ursprünglich ist das scharfe s ein sz. Im deutschen Schriftsatz
(Frakturschrift) wird zwichen einem runden und einem langen s
unterschieden. (Kleinbuchstaben, daneben gibt es natürlich noch das
große S.) Das runde s steht am Schluß eines Wortes oder einer Silbe,
sonst steht immer das lange s. Das lange s sieht wie ein kleines f
ohne Querstrich aus.
Da das lange s am Ende eines Wortes beschissen aussieht, durfte man im
übrigen auch kein st und sp trennen, da es immer mit einem langen s
geschrieben wurde. Es sei das s stammt aus einer anderen Wort, wie
etwa in "Austag" aber da darf man ja auch zwichen s und t trennen.
Nun gab es in der Frakturschrift (und gibt es noch) reichlich viele
Ligaturen. Das sind Zusammenziehnungen von Buchstaben, die es in der
Antquaschrift, die wir verwenden, z.B noch zwichen f und i gibt. Wenn
da fi steht, so wird im Schriftsatz die beiden Buchstaben soweit
zusammengezogen, daß der I-Punkt mit dem kleinen "Knubbel" am Ende des
f verschmilzt. (La)TeX macht das z.B noch, im Gegensatz zu anderen
Textverarbeitungsprogramme, richtig.
So wurde auch zwichen langem s und z eine Ligatur geschaffen. Daraus
entstand das ß. Man sieht noch den langen aufsteigenden Bogen des
langen s und daran ein deutsches z, das meist nach oben verschoben
ist. Denn das z hat eigentlich eine Unterlänge.
Dies Ligatur hat sich nun verselbsständigt, ähnlich dem æ im Dänichen,
daß eine Ligatur aus einem a und einem e ist.
Löst Du gelegentlich Kreuzworträtsel?
Das mit dem ss kam später.
Bernd
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